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GEWERBE: HÄNDLER UND MECHANIKER
Einblicke in eine schwierige Branche


Foto: H. SCHIFFER
Foto: H. SCHIFFER
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Immer häufiger werden Fahrräder von Sportartikelhändlern, Kaufhäusern, Autozubehörläden, Lebensmitteldiskontern und sogar Kaffeegeschäften angeboten. Jedes siebente Rad kommt heute bereits aus Baumärkten und von Diskontern.

2005 kletterte zwar der Verkauf auf über 500.000 Stück (davon 90.000 Kinder- und Jugendräder) und der Umsatz auf 120 Mio. Euro, gleichzeitig sank der Betrag, der durchschnittlich für ein Fahrrad ausgegeben wird, in Folge der Billigangebote seit 2003 um 15 Prozent. Wie sich außerdem zeigt, driften das Billig- und Hochpreissegment immer mehr auseinander.

Räder und Bestandteile werden großindustriell rationell in Billigstlohnländern hergestellt, sie werden containerweise importiert und sind bei uns entsprechend günstig zu kaufen. Kostenminimierend werden Räder bisweilen auch unvollständig montiert ("vormontiert") im Karton an Endkunden verkauft. Die Qualität der Räder ist sehr unterschiedlich, Preise reichen hinunter bis 80 Euro, Full Suspension MTBs gibts um 200 Euro. Oftmals müssen Kunden allerdings dann die Endmontage extra zahlen. Wenn es dann zu Problemen kommt - und damit muss bei Billigrädern natürlich früher gerechnet werden -, dann lässt die Wartungskompetenz nicht selten zu wünschen übrig.

Den Druck auf die Verkaufspreise spüren die zahlreichen kleineren gewerblichen Fachhändler und -mechaniker, von denen ausführliche Beratung von Interessenten gerne und ausgiebig in Anspruch genommen wird. Die Dienstleistung des Fahrradservice erfolgt aber hier bei vergleichsweise viel höheren Arbeitskosten.

Sporthandel prägt das Bild

Die Anzahl der Fachbetriebe hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen. Zu stark ist die Konkurrenz von Sporthandelsketten, Diskontern und Baumärkten. Jüngster Fall in Graz: Der Bike-Spezialist Pech am Joanneumring ließ 2007 für immer den Rollbalken herunter. Anders Beispiel: Als in Gröbming der Sporthändler auch Fahrräder ins Programm nahm, gab der Schlosser und Mechaniker den Fahrradhandel auf.

Die Verschiebung hin zum Sporthandel in den vergangenen Jahrzehnten hat sicher auch damit zu tun, dass das Fahrrad in der öffentlichen Wahrnehmung als Freizeit- und Fitnessgerät (und weniger als Verkehrmittel) gesehen wird. Gleichzeitig wird auch im Mechanikergewerbe der Zug zur Konzetration spürbar: Große Werkstätten, die auch bzw. vor allem motorisierte Zweiräder und Autos warten, decken zunehmend das Radreparaturgeschäft ab.   

Einiges spricht dafür, sich an ausgewiesene Fachleute und gelernte Mechaniker zu wenden. Diese bieten ihren Kunden Räder besserer Qualität, individuelle Anpassung und dauerhafte Funktion durch verlässliches Service. Über sie werden heute jedoch nur noch ein Viertel der Neufahrzeuge verkauft - Tendenz sinkend. So sie nicht - spätestens mit dem Generationenwechsel - aufgeben, haben sie fast nur in hochspezialisierten Nischen eine Überlebenschance.

Manche FahrradnutzerInnen verstehen die immer größer werdende Preis-Schere nicht, flicken ihr Rad nur so recht und schlecht selbst oder unterlassen Reparaturen überhaupt. Gewissenhafte RadlerInnen hingegen machen sich selbst die Hände schmutzig oder überantworten ihr Fahrzeug und Sportgerät einer versierten Werkstätte, deren Spezialisten auf entsprechendes Werkzeug und Ersatzteile, vor allem aber Know-how und Routine zurückgreifen können.

Listung der Mechaniker und Händler in der Steiermark

(ARGUS)