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GEWERBE: HÄNDLER UND MECHANIKER
Einblicke in eine schwierige Branche


Foto: H. SCHIFFER
Foto: H. SCHIFFER
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Immer häufiger werden Fahrräder von Sportartikelhändlern, Kaufhäusern, Autozubehörläden, Lebensmitteldiskontern und sogar Kaffeegeschäften angeboten. Jedes siebente Rad kommt heute bereits aus Baumärkten und von Diskontern.

Räder und Bestandteile werden großindustriell rationell in Billigstlohnländern hergestellt, sie werden containerweise importiert und sind bei uns entsprechend günstig zu kaufen. Kostenminimierend werden Räder bisweilen auch unvollständig montiert ("vormontiert") im Karton an Endkunden verkauft. Oftmals müssen Kunden allerdings dann die Endmontage extra zahlen. Wenn es dann zu Problemen kommt - und damit muss bei Billigrädern natürlich früher gerechnet werden -, dann lässt die Wartungskompetenz nicht selten zu wünschen übrig.

Den Druck auf die Verkaufspreise spüren die zahlreichen kleineren gewerblichen Fachhändler und -mechaniker, von denen ausführliche Beratung von Interessenten gerne und ausgiebig in Anspruch genommen wird. Die Dienstleistung des Fahrradservice erfolgt aber hier bei vergleichsweise viel höheren Arbeitskosten.

Neue Spezialisten und Gratis-Service

Die Anzahl der Fachbetriebe hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen. Zu stark ist die Konkurrenz von Sporthandelsketten, Diskontern und Baumärkten. Die Verschiebung hin zum Sporthandel in den vergangenen Jahrzehnten hatte sicher auch damit zu tun, dass das Fahrrad in der öffentlichen Wahrnehmung als Freizeit- und Fitnessgerät (und weniger als Verkehrmittel) gesehen wurde. Gleichzeitig wurde auch im Mechanikergewerbe der Zug zur Konzentration spürbar: Große Werkstätten, die auch bzw. vor allem motorisierte Zweiräder und Autos warten, deckten und decken gerade am Land zunehmend das Radreparaturgeschäft ab.   

Geändert hat sich dieser Trend erst Ende der Nuller-Jahre, als das Stadtradeln in vielen neuen Facetten aufblühte und eine entsprechende Nachfrage nach sich zog. So kam es etwa in Graz seit etwa 2010 zur Gründung einer Reihe spezialisierter Shops und Werkstätten wie "Lemur", "Radlerei","Heels on Wheels","Muchar Upcycles" oder "Unicycle".

Einiges spricht dafür, sich an ausgewiesene Fachleute und gelernte Mechaniker zu wenden. Diese bieten ihren Kunden Räder besserer Qualität, individuelle Anpassung und dauerhafte Funktion durch verlässliches Service. Über sie werden heute jedoch nur noch ein Viertel der Neufahrzeuge verkauft.

Manche FahrradnutzerInnen verstehen die immer größer werdende Preis-Schere nicht, flicken ihr Rad nur so recht und schlecht selbst oder unterlassen Reparaturen überhaupt. Gewissenhafte RadlerInnen hingegen machen sich selbst die Hände schmutzig oder überantworten ihr Fahrzeug und Sportgerät einer versierten Werkstätte, deren Spezialisten auf entsprechendes Werkzeug und Ersatzteile, vor allem aber Know-how und Routine zurückgreifen können.

Zugenommen hat das Wartungsangebot über Institutionen und Unternehmen, welches von Organisationen oder Arbeitgeber allgemein oder speziell für Mitarbeiter in der Regel gratis zur Verfügung gestellt wird: Firmen wie Bicycle, Rebikel oder Rumpl bedienen mit mobilen Werkstätten einmal im Jahr oder mehrmals jährlich diese Service-Schiene, die mitunter auch nur den Charakter von "Fahrradchecks" hat.  

Externe Verknüpfung Listung der Mechaniker und Händler in der Steiermark

(ARGUS)