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In die schöne Weststeiermark
Auf den Spuren des Erzherzogs nach Stainz


Kürbisernte bei Mettersdorf
Kürbisernte bei Mettersdorf
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Flascherlzug
Flascherlzug
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Vor Stainz
Vor Stainz
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Schloss Stainz
Schloss Stainz
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"Mit dem Roten Blitz in die schöne Weststeiermark" lautete der - heute liebenswert altbacken klingende Werbeslogan, der einst im Personentunnel vor dem Aufgang zum Bahnsteig 7 am Grazer Hauptbahnhof zu lesen war. Den Roten Blitz gibt es nur noch bei Nostalgiefahrten, man kann als TourenradlerIn aber einen Teil der Strecke in die noch immer schöne Weststeiermark dennoch mit der Externe Verknüpfung Graz-Köflacher-Bahn GKB absolvieren.

Der Erzherzog-Johann-Radweg (R9) von Graz nach Stainz war der erste beschilderte Radweg der Steiermark, wobei die Bezeichnung Radroute gerade in diesem Fall eher angebracht ist. Von der Abzweigung vom Muradweg (R2) in Feldkirchen südlich von Graz weg führt der R9 in der Regel auf Nebenstraßen und in Ausnahmen auf Hauptstraßen in das weststeirische Hügelland. Tipp: Nach der Querung der Triesterstraße und der Unterquerung der Bahn empfieht es sich, nach rechts abzubiegen und den Flughafen im Norden zu umfahren. 

Der erste Abschnitt bis Dobl ist nicht sonderlich attraktiv, an der stark & schnell von Kfz befahrenen Dobler Straße entsteht aber gegenwärtig ein getrennter (Geh- und) Radweg. Wer hier bereits eine Stärkung braucht, kann im Externe Verknüpfung Buschenschank Florian (Tel. 03136/ 52626) einkehren. Auch hier ist ein kleines Abweichen vom R9 empfehlenswert: Verlässt man die Buschenschank Richtung Westen, nimmt man gleich den Feldweg nach links. Zurück auf der Asphaltstraße, muss man einige hundert Meter nach rechts, ehe es - wieder auf dem R9 - nach links den Hügel hinauf nach Wuschan-Dorf geht. 

Die Route ist so gewählt, dass man mit zwei kurzen gröberen Steigungen das Auslangen findet, ehe am Horizont das ehemalige Stift Stainz auftaucht. Das Schloss ist heute Außenstelle des Landesmuseums Joanneum (Externe Verknüpfung Jagdmuseum) und der Sitz der Merans, der Nachfahren Erzherzog Johanns. Stainz, wo der "Steirische Prinz" erster Bürgermeister war, und die umgebenden Dörfer haben den Charme alter Bauernhaus-Architektur bewahrt, auch deshalb, weil es schon immer Ausflugs- und Zweitwohnsitzziel der Städter aus Graz war.




Blick auf den Hochgrail
Blick auf den Hochgrail
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Durch die Weingärten
Durch die Weingärten
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Schilchersturm
Schilchersturm
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Spargel und Schilcher
Was die Tour besonders attraktiv macht ist 1.) die Fülle kulinarischer Angebote und 2.) die günstige Rückfahrtmöglichkeit mit der GKB etwa ab Preding (18:19 Uhr an Wochenenden mit Radwaggon). Zudem verkehrt in den Sommermonaten zwischen Preding und Stainz der Externe Verknüpfung 
"Flascherlzug", in dem man die Fahrräder - wie auch in den Zügen der GKB - gratis mitnehmen kann.

Am Hauptplatz von Stainz gibt es die Konditorei von Andre Lex (Tel. 03463/ 2228), das nicht nur wegen seiner süßen Köstlichkeiten und seines guten Kaffees, sondern auch wegen der permanenten Galerie zeitgenössischer Künstler besuchenswert ist. Um die Ecke, in der Grazerstraße, lädt das Hotel Restaurant Stainzerhof (Messner) zur Einkehr.

Wenige Kilometer weiter, in Wald, befindet sich mit dem Externe Verknüpfung Rauchhof (03463/ 2882) eine der steirischen Hochburgen, was die Kochkunst betrifft. Viele Zutaten kommt von den eigenen Feldern und Teichen, die Forellen etwa oder der köstliche Spargel von Anfang April bis Ende Juni. Daneben gibt es noch einen netten Badeteich und schöne Spazierwege entlang des Stainzbaches.

Noch weiter ins Seitental hinein, in Marhof, findet sich die Marhof-Schenke von Gabi Reich (Tel. 03463/23 54). Gekocht wird außergewöhnlich und nur auf Bestellung. Von Marhof kann der nach Schilcher dürstende Radelnde noch den Anstieg nach Hochgrail/ Greisdorf in Angriff nehmen, wo mehrere Buschenschenken "lauern". Doch die Köstlichkeiten wollen verdient sein, etliche Höhenmeter sind recht resch bergan zu erklimmen.

Gerade im Herbst, wo es Schilcher-Sturm und Kastanien gibt, lohnt es sich, beispielsweise den Externe Verknüpfung Klug vulgo Voltl (03463/6464, 0664 224 87 78) anzusteuern. Bei der Abfahrt sollte man dann aber besondere Vorsicht walten lassen. Fast reicht es, das Rad ausrollen zu lassen und man erreicht nach 15 km, wenn man in Mettersdorf auf der Landesstraße geradeaus weiterfährt, in einer knappen Stunde Preding, von wo aus die GKB den Rücktransport nach Graz übernimmt.

WW, Mai 2003/ update 10/08