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Mobilität in Graz Rad fahren: Lichtblick und Schattenseiten
"Die Presse" vom 10.2.2004

Die Hoffnungen auf Erneuerungen in punkto Radwege schwinden: Der Grund sind Budget-Verschiebungen.

"Kulturhauptstadt" ist man längstens für ein Jahr. "Rad-Hauptstadt" ist man solange man innovativ mit dem Fortbewegungsmittel Fahrrad in der Stadt umgeht. "Graz war einmal an erster Stelle", so Ben Hemmens, Obmann der Radlerlobby Argus. Ob es die Stadt Graz wieder auf den Zweirad-Thron Österreichs schaffen wird?

Beste Absichten zeigt der zuständige Stadtrat Gerhard Rüsch (VP), obwohl die Pläne erst konkretisiert werden müssen. "Ich will auf alle Fälle das Budget für den Rad-Verkehr in den nächsten Jahren ausbauen", betont Rüsch. Voriges Jahr wurden 800.000 Euro aufgewendet. Heuer sind es aufgrund der Sparmaßnahmen nur 600.000. Der größte Brocken fließt in die Errichtung der Fahrradstation am Grazer Hauptbahnhof, die für Hemmens ein Signal in in die richtige Richtung ist. Der dafür notwendige Gemeinderatsbeschluss ist aber noch ausständig. Diese automatisierte Station mit 200 Einstellplätzen soll im Sommer 2004 in Betrieb gehen. Ein angekoppeltes Reparatur-Service und ein Radverleih, die im Plan vorgesehen waren, werden vorerst aus budgetären Gründen nicht errichtet. Baubeginn noch heuer.

"Es sind ebenfalls finanzielle Gründe, die dahinter stecken, dass das Großprojekt "Unterführung Keplerbrücke" heuer nicht realisiert wird", behauptet Hemmens. Rüsch entgegnet: "Obwohl das Land heuer seinen finanziellen Beitrag zu diesem Projekt nicht leisten kann, werden wir die Pläne weiter vorantreiben und noch heuer mit dem Bau beginnen."

Positiv sieht der Fahrradexperte das "Radforum", das bis jetzt dreimal tagte. Eingeladen zum runden Rad-Tisch sind Vertreter von Stadt und Land, dem Verkehrskuratorium, Argus und andere Fahrrad-Interessierte. (- sie)