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Ein Radverein nur für "Hühner" "Kleine Zeitung" vom 30.07.2006, Seite 33
| Die "Velochicks" dulden Männer nur als Mechaniker. Auf den Spuren von Elise Steininger.
Eine zündende Idee hatten Eva Rümmele (30) aus Graz, Theresia Kellermayr (28) und die Hartbergerin Martina Weinzettl (26), als sie 2005 einen Bike-Klub ausschließlich für das weibliche Geschlecht gründeten.
Der Verein sollte anders sein, und so ist auch der Klubname etwas alternativ: "Velochicks", holprig übersetzt etwa die "Fahrradhühner." Mittlerweile haben sie 25 Mitglieder. "Ein gemischter Stall fast aus der gesamten Steiermark", erzählt Weinzettl. Der Klub (siehe Homepage www.velochicks.at) bietet viel: vom "Freiland-Huhn", das über Stock und Stein fegt, über "Rennhühner" , für die auch die drei Gründerinnen stehen, bis hin zur "Spaßhuhn-Fraktion", die vor allem mit Ausfahrten und Partys auf sich aufmerksam macht. "Nur Suppenhühner haben wir nicht", lachte Weinzettl. Dafür aber ein paar "Küken" zwischen 18 und 20 Jahren.
Herren der Schöpfung, bei den Damen unter dem Begriff "Gockelhähne" gelistet, sind nur als Mechaniker geduldet. Denn bei den Ausfahrten wollen die "Velochicks" unter sich bleiben. Was ja ein Grund war, den Verein überhaupt ins Leben zu rufen. "Denn Frauen hecheln meistens den Männern hinterher, da ist dann der ganze Spaß weg", erzählt Rümmele. Sie habe sich deshalb aufs Bergabfahren mit dem Downhill-Bike spezialisiert und 2004 im Austria-Cup immerhin den dritten Platz belegt.
Das Echo aus der Bikeszene war nach der Gründung positiv. "Nur ein paar gibt es, die uns als Emanzenstrickverein bezeichnen. Das sind wir aber überhaupt nicht." Mittlerweile hat man sich einen guten Ruf erarbeitet, die Anfragen häufen sich. Deshalb gibt es seit kurzem eine eigene "Velochicks.at"-Kollektion mit Logo. "Alles selbst gemacht." Von Freizeit-Shirts bis hin zum Renntrikot. Gebastelt wird darüber hinaus an einem Gummihendl, das auf die Helme geschnallt wird.
Was den Verein auch interessant macht ist die Breite an Veranstaltungen. So gibt es jede Woche Radausflüge, mit anschließendem Grillen, Fahrradreparatur-Kurse und Technik-Seminare. Ziel ist, ein echtes Damen-Rennteam aufzubauen.
So wie Elise
Historisch betrachtet ist die Steiermark ein wirklich guter Boden, was radfahrende Damen anlangt. Die gebürtige Ungarin Elisabeth Rauch, später Elise Steininger (1854 bis 1927) war eine der ersten Frauen, die bereits um 1890 in Graz als Radfahrerin Aufsehen erregte. Sie gründete 1893 den Grazer Damen-Bicycle-Club, den ersten Frauenfahrradverein Österreichs.
Mit ihrem Mann eröffnete sie ein Fahrradgeschäft mit Radfahrschule und arbeitete dort auch als "Fahrlehrerin". In Graz wurde erst vor Kurzem die neue Geh- und Radwegunterführung der Keplerbrücke nach dieser Radpionierin benannt. CHRISTOPH ROTHWANGL
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