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Neue Liebe zum Fahrrad
"Die Presse" vom 03.08.2006, Seite 11

Tennis-Ass Thomas Muster kämpft für reine Luft
"Ich wohne selbst mitten in Graz und weiß, wie schlecht da die Luft im Winter ist", sagt Tennis-Ass Thomas Muster der "Presse". Deswegen hat er sich als Leitfigur für die Global-2000-Aktion "Raus aus dem Auto. Rein ist die Luft" zur Verfügung gestellt.

Seit Wochenbeginn prangt Musters rußverschmiertes Porträt auf Plakatwänden in Graz und Wien. Die Bevölkerung soll animiert werden, das Auto in der Stadt bewusst zu verwenden. Muster: "Ich bin selbst begeisterter Autofahrer und habe mir vorgenommen, meinen Pkw in Zukunft sparsamer zu verwenden. Aber in der Stadt geh'' ich ohnehin zu Fuß."

Gemeinsam mit Thomas Muster will Global 2000 die Autofahrer zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel und Fahrrad bewegen. Karin Kuna, Verkehrsreferentin von Global 2000: "Im Sommer sind es die Schlagzeilen zum Thema Ozon, im Winter beherrscht die Feinstaub-Belastung die Berichterstattung. Wir wollen aufzeigen, dass ein großer Teil der Luftverschmutzung hausgemacht ist und verringert werden könnte."

Laut Kuna ist ein Viertel aller Autofahrten kürzer als zwei Kilometer. Gerade diese Wege könnten auch anders zurückgelegt werden, meint die Global-2000-Referentin. Immerhin stammen nach Angaben ihrer Organisation mehr als 50 Prozent der aggressiven Luftschadstoffe aus dem Straßenverkehr.

Das Verkehrsaufkommen in Städten ist in den vergangenen Jahren exorbitant angestiegen, mit negativen Folgen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Das weiß auch Thomas Muster: "Man spricht ganz leger von der Feinstaub-Belastung. Das ist aber eine sehr ernste Angelegenheit, weil die feinen Partikel in der Luft krebserregend sind. Und da hört sich die Gemütlichkeit auf."

Fahrrad ist mehr als Sportgerät

Zur Präsentation der "Raus-aus-dem-Auto"-Plakate am Grazer Hauptbahnhof kam die ehemalige Nummer 1 im Welttennis mit dem Tandem und machte dabei gleich eine wichtige Erfahrung: "Für mich war das Fahrrad bisher in erster Linie ein Sportgerät. Aber jetzt sehe ich, dass es auch ein hervorragendes Fortbewegungs-Mittel für die Stadt sein kann."
ROBERT BENEDIKT