ARGUS-Augen auf Bremsen und Licht
Mit der Aktion, die 2006 mit dem Schwerpunkt "Licht" gestartet und nun ausgeweitet wurde, sollten im Frühjahr AlltagsradlerInnen in Graz erreicht und auf die Bedeutung intakter Ausrüstung aufmerksam gemacht werden. Im Herbst wird wieder die Beleuchtung im Mittelpunkt stehen.
Bei zehn Terminen an Standorten, die über das Stadtgebiet verstreut waren, wurden in jeweils zwei Stunden insgesamt 906 Kontrollen durchgeführt - 579 Räder wiesen Defekte auf, 301 Reparaturen wurden vorgenommen. Was die Frequenz betrifft, wird der Rekord vom Standort Schmiedgasse (Amtshaus) gehalten, wo am 17.4. insgesamt 837 RadlerInnen gezählt wurden, angehaltene und passierende zusammengenommen
Wieder erfolgte die Aktion gemeinsam mit der Polizei, die die Anhaltungen vornahm, sowie dem Verein Bicycle, der mit drei Mechanikern vor Ort ist. Aktive von ARGUS nahmen die angehaltenen Gefährte mit Einverständnis deren LenkerInnen in Augenschein, im Fall von kleinen Mängeln - etwa fehlenden Seitenstrahlern, zu wenig Luft oder einem hörbarem Kettenöldefizit - wird prompt ausgeholfen, kleinere Reparaturen wie das Einstellen von Bremsen oder das Austauschen von abgefahrenen Belägen werden ebenfalls an Ort und Stelle vorgenommen. Den Hauptteil der Organisation trug Heidi Schmitt, die auch bei fast allen Veranstaltungen selbst mitarbeitete.
Für größere Eingriffe bzw. für jene, die keine Zeit hatten, bot Bicycle einen Zehn-Prozent-Gutschein für einen Werkstattbesuch an. Die vorbildlichen RadlerInnen, die auf ihr Gefährt schauen und schon bei der Erstdiagnose ein OK bekommen, wurden mit einer Zotter-Schoki "Nougatvariationen" belohnt. Finanziell unterstützt wird die Sicherheitsaktion von Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder.
Mit Zweitrad, ohne Sattel
Die große Mehrzahl der angehaltenen Radlerinnen und Radler begrüßten die Aktion und nahmen die Informationen und Hilfestellungen gerne an. Ein Auge wurde zugedrückt, wenn einige sich gezielt beim nächsten Mal mit dem Zweitrad aufhalten ließen, um die Bremsen oder die Schaltung gratis eingestellt zu bekommen.
Natürlich waren auch abenteuerliche "Krücken" dabei: So musste einem jungen Mann, der ohne Sattel (!) unterwegs war, ob der unzähligen anderen Mängel bescheinigt werden, dass sein Gefährt nur noch für die Verschrottung taugt. Bei anderen, etwa dem Senioren-Ehepaar, das auf dem Weg ins Theater war, glaubte man die Zeitknappheit und ließ sie auf ihren offensichtlich intakten Oldtimer-Rädern ungehindert passieren.
Härte gegen Alk-Sünder
Wo die uniformierten "KollegInnen" jedoch keinen Spaß verstehen und auch ein Ein-Auge-Zudrücken nicht drinnen ist, sind Alkoholdelikte. Leider ist es bei den Aktionen 2006 und 2007 zu Verdachtsfällen gekommen, die sich dann mittels Atemluftkontrolle bestätigt haben.
Hier bleibt ARGUS nur übrig, darauf hinzuweisen, dass das Limit für RadlerInnen bei 0,8 Promille (im Gegensatz zu 0,5 beim Lenken eines Kfz) liegt, dass aber im Falle des Überschreitens mit der gleichen Strafe (rund 1.000 Euro) zu rechnen ist. Von weit über 1.000 kontrollierten RadlerInnen waren es aber letztlich nur drei, die betroffen waren.
2008 out of Graz?
Einziger Wermutstropfen der insgesamt sehr gut angenommenen Aktion: Wegen dem Versäumnis, eine straßenrechtliche Genehmigung einzuholen, gerieten wir die die Mühlen der Bürokratie, mussten jeden Standort genauestens dokumentieren, eien Haftpflichtversicherung abschließen und Abgaben entrichten. Dass dies nicht konzilianter von Polizei und Stadt geregelt werden konnte, wo es doch um eine Sicherheitsaktion im Dienste der Allgemeinheit ging, hinterließ bei manchem der rund zehn ehrenamtlichen ARGUS-AktivistInnen einen etwas bitteren Nachgeschmack.
Zumal es durchaus auch im Interesse der ARGUS Steiermark ist, für sicheren Radverkehr auch außerhalb von Graz auf- und einzutreten, ist geplant, 2008 nur noch die Lichtaktion im Herbst in Graz durchzuführen. Die umfangreichen Licht- und Technik-Checks könnten auswärts in engagierten Gemeinden etwa im Grazer Umland bzw. im Rahmenprogramm von Radveranstaltungen erfolgen. Vorschläge und Unterstützungsangebote von ARGUS-Mitgliedern vor Ort werden von uns dankend angenommen!

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Polizeiliche Anhaltung, freundlich: Berta-v.-Suttnerbrücke, 26.06.
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Unterstützerin der Aktion: Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder