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Hauptplatz nun doch Weide für Drahtesel
"Kleine Zeitung" vom 05.10.2002, Seite 28

Mit einem herzhaften "So kann''s nicht weitergehen" sagt Straßenamtschef Harald Hrubisek illegal geparkten Drahteseln in der Sackstraße den Kampf an: "Die Situation ist unerträglich."

Das Problem? Dutzende Fahrräder sind am Gehsteig bei "Orsay" direkt vor der Absenkung der Bordsteinkante, dem Zebrastreifen und den im Boden versenkten Blindenleiteinrichtungen abgestellt. "Rollstuhlfahrer und Fußgänger sind blockiert, Sehbehinderte werden ins Drahteselchaos gelotst", tobt Hrubisek. Daher wird ab Montag abgeschleppt: "Die Leute sollen das wissen, damit sie sich vorher noch einen anderen Parkplatz suchen."

Dass Pedalritter aber nicht immer die Bösen sind, sondern auch Leidtragende mangelnder Einplanung von Abstellzonen beim Hauptplatzumbau, ist kein Geheimnis. Hrubisek warnt erneut: "Wir brauchen Parkplätze für Radfahrer im Norden und im Süden des Platzes, sonst droht der Wildwuchs." Die Politik kennt das Problem, aus der Welt geschafft hat sie es noch nicht. "Wir haben 200 Stellflächen im Bereich Schmiedgasse/Landhausgasse vorgesehen. Einige sollen auch in der Sackstraße entstehen", ist nur FP-Planungsstadtrat Franz Josel der Meinung, es sei ausreichend Vorsorge getroffen.

SP-Spitzenkandidat Walter Ferk und VP-Stadtrat Gerhard Rüsch machen sich hingegen auf das Schlimmste gefasst. Dass nämlich Luxusbikes und Radleichen quer über den Platz verstreut sein werden. Beide plädieren dafür, dass der Hauptplatz für Drahtesel kein Tabu bleibt. Ferk: "Wir sollten geordnete Zonen anbieten. Vor der Steiermärkischen wäre Platz." Aber auch den Rathaus-Innenhof kann er sich nach wie vor als Radparkplatz vorstellen. Auch Rüsch stellt klar: "Man kann nicht immer nur über das Radler-Chaos schimpfen. Wir müssen schon auch Flächen anbieten. Auch direkt auf dem Hauptplatz."
Bernd Hecke