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Aus besseren Zeiten: Als der GAK im Radsport siegte

Der GAK trägt Trauer - 4 x insolvent, per 30.12.2012 war selbst in der Regionalligas Schluss. Das Archiv erzählt von ruhmreichereren Zeiten, auch im Radsport.

Die Sportliche Pionierrolle der Radsportler wirkte fruchbringend für viele Disziplinen, so auch den Fußball. So fand das erste Fußballmatch in Österreich 1894 zwischen zwei Mannschaften des Akademisch-technischen Radfahr-Vereins auf dem Platz bei der Landesturnhalle statt. Frühe Racer, die meist gute Turner waren, hatten auch im Ski- und Bobsport eine Gründerrolle inne. Umgekehrt schrieb der Grazer Athletik-Sportclub GAK auch Radsportgeschichte.


Richard Baumgartner
Richard Baumgartner
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Plakat 1947
Plakat 1947
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Im 1902 als Allroundsportverein gegründeten Verein riefen Gründer Carl Markel, selbst aktiver Radsportler, und Altmeister Franz Seeger 1905 eine Radsportsektion ins Leben, Ihnen kam damit der Verdienst zu, den zu dieser Zeit daniederliegenden Radrennsport in der Steiermark wieder in den Sattel geholfen zu haben. Der GAK veranstaltete Straßen- und Bahnrennen, gab vereinslosen Cracks eine Heimat und brachte in den folgenden Jahrzehnten etliche Talente hervor.

Einer von ihnen war Egon Schmitz, der auf der Trabrennbahn (im Messegelände) mit 42,4 km/h einen Rundenrekord aufstellte, der Jahrzehnte halten sollte. Schmitz gewann 1906 die steirische Straßenmeisterschaft, nachdem sein Klubkollege Richard Baumgartner diesen Bewerb schon im Jahr zuvor für sich entschieden hatte. Baumgartner kam - wie auch Franz Seeger, steirischer Straßenmeister 1899 und 1902 - vom Grazer Radfahrer-Club (GRC), für den er 1896 dieses 50 km-Rennen zwischen Bruck/Mur und Graz gewonnen hatte.

Der GAK übernahm 1907 die Ausrichtung des Straßenrennens Klagenfurt - Graz und veranstatete das Fasslbergrennen, das erstmals 1897 ausgetragen worden war und von Mariatrost zum Faßlwirt führte. Weitere legendäre GAK-Racer waren neben den Gebrüdern Schmitz J. Kneschaurek und Anton Smolnik, der später für den RV Ausdauer 1909 viele Siege einfahren sollte. 

Das Radsport-Engagement im Multisparten-Verein GAK dürfte bis Ende der 1940er Jahre angedauert haben. Jedenfalls wurden die ersten Bahnrennen nach dem Krieg 1947 auf dem GAK-Platz in der Körösistraße ausgetragen, 1952 im Jubiläumsband "50 Jahre GAK" schreibt Roman Posch, der selbst in der Sektion aktiv gewesen ist, bereits über die "verflossene Radsport-Sektion".

WW