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Palten rauf, Liesing runter

Der R15, Rastlandradweg, ist eine weniger frequentierte Route, die das Ennstal mit dem Murtal verbindet. Von Selzthal aus radelt man die Palten, eher ein Gebirgsbach, hinauf bis Wald, um den 841m hohen Schoberpass zu überwinden (die ca. 200 hm sind aber kaum spürbar) und entlang der Liesing hinunter ins Murtal zu gleiten. Hier ist man zügig unterwegs. So kann es dann schon vorkommen, dass man etwa ins mit 30 km/h beschränkte Pfaffendorf mit 35, 40 km/h hineinsticht.

Die Streckenführung erfolgt durchwegs auf Nebenstraßen, die sich über die schon almenartige Landschaft schlängeln und mitunter auch den einen oder anderen Umweg bedingen. In Wald nimmt man besser die Route durch den Ort und kurz nach dem Bahnhof den bahnbegleitenden Weg, der im Zuge des Baus des Unterwalder Tunnels angelegt und bei der Auschilderung des R15 noch nicht berücksichtigt wurde. Zumindest ein Stück B113 kann man sich so sparen, am Ende muss man aber doch in einem scharfen Haken ein Stück zurück und dann auf der Bundesstraße.   


Freizeitsee in Gaishorn
Freizeitsee in Gaishorn
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Gehöft im Liesingtal
Gehöft im Liesingtal
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Pittoresk, aber verkehrsreich
Leider ist die Beschilderung nicht sehr zuverlässig - oft sind die Hinweise beschädigt, verdreht oder einfach nicht vorhanden, wie in St. Michael knapp vor dem Ziel, wo man sich nach dem Fotogeschäft Koch rechts halten muss, wenn man den Anschluss an den R2, den Murradweg, nicht verpassen will. So kann es schon vorkommen, dass aus den offiziell avisierten 72 km zwischen Selzthal und St. Michael gute 90 werden...

Die Landschaft ist pittoresk, gerade im Frühling, wenn rechts und links die schneebedeckten Felsmassive von Eisenerzer und Seckauer Alpen und Gesäuse herunterblinken. Schöne Abschnitte finden sich am Gaishorner See bis Treglwang oder durch eine alte Allee zwischen Kalwang und Liesingau. Historisch interessant sind u.a. Rottenmann und Mautern (mit Tier- und Erlebnispark "Elfenberg") sowie die älteste protestantische Kirche der Steiermark in Wald und die Selzthal gegenüberliegende Burg Strechau.

Freilich beherrscht die A9, die Pyhrnautobahn, das doch meist enge Hochtal. Weil hier auch noch Bundesstraße, Bahn und Hochspannungsleitung untergebracht sind, darf man sich kaum ungetrübten Naturgenuss erwarten.

WW 04/07