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Unfalllenker ließ schwer verletzten Radler liegen: milde Strafe

Mit einer milden Strafe kam ein ein 27 Jahre alter Oststeirer davon, der im Oktober 2004 im Bezirk Fürstenfeld einen am Radweg fahrenden Radfahrer niedergestoßen und lebensgefährlich verletzt liegen gelassen hatte: Er wurde am Straflandesgericht Graz zu vier Monaten bedingter Haft und 12.600 Euro Geldstrafe verurteilt.

Noch "günstiger" kamen seine Freundin und Beifahrerin sowie deren Mutter, die Autobesitzerin, davon. Die Freundin hatte den Unfalllenker zwar aufgefordert, stehen zu bleiben, blieb aber dann untätig und fand es nicht der Mühe Wert, Rettung und Gendarmerie zu alarmieren. Dafür kassierte sie lediglich 700 Euro Geldstrafe. Ihre Mutter, die die beiden im Zuge der Einvernahmen durch die Gendarmerie gedeckt hatte - sie gab an, dass ihr Auto zum Zeitpunkt des Unfalls in ihrer Garage gestanden sei - kam mit billigen 200 Euro davon. Der 42-jährige Radler aus Söchau, der eine Schädelfraktur, eine Gehirnschwellung, einen Nasenbein-, Joch-, Ober- und Unterkieferbruch erlitten hatte, wurde mit vergleichsweise lächerlichen 1.200 Euro Schmerzensgeld abgespeist.

Selbst wenn man in Rechnung stellt, dass sich alle drei Angeklagten reuig zeigten: Verglichen mit den oft saftigen Strafen, die für Vermögens- und Drogendelikte verhängt werden, scheinen schwere fahrlässige Körperverletzung, unterlassene Hilfeleistung und Begünstigung eher Bagatell-Delikte zu sein.