1896 wurde der Steiermärkische Arbeiter-Radfahrerbund ins Leben gerufen, und zwar vom Chefredakteur des sozialistischen Kampfblattes "Arbeiterwille", Hans Resel. Wesentlichen Impuls für den Zusammenschluss der Werktätigen lieferte die hitzig geführte Debatte über eine neue Radfahrordnung, die auch eine Registrierung und Besteuerung der RadlerInnen vorgesehen hatte, letztlich aber - durchaus im Pakt mit z.B. den deutschnationalen Kräften - abgewehrt werden konnte. Weitere Gründungen aus dem Arbeiter-Milieu waren mit verantwortlich dafür, dass die Ära der zunächst sportlich-elitären und dann bürgerlichen Radfahr-Hegemonie zu Ende ging. Nun rückten ständische und ideologische Interessen immer mehr in den Vordergrund. Im betont deutschnationalen Graz sowie in den Städten der Untersteiermark gewann diese politische Gesinnung die Oberhand. So führten nach Turnorganisationen auch mehrere Radfahrvereine den antisemistischen "Arierparagrafen" ein. Die schon Ende des 19. Jahrhunderts gewälzten Überlegungen zur Einführung von Fahrradsteuer und -Kennzeichen wurden jedoch in der Zwischenkriegszeit unter dem Titel der Geldbeschaffung für die Straßensanierung wiederbelebt und tatsächlich - nach kontroversiellen Debatten im Landtag 1936 und parallel bzw. zeitversetzt mit anderen Bundesländern - realisiert. Drei Jahre später, nach dem "Anschluss" an Hitler-Deutschland, war diese Episode dann auch schon wieder Geschichte. |







