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Ansporn für müde Pedalritter
"Kleine Zeitung" vom 30.12.2006, Seite 22

Im Alltag sind Steirer Fahrrad-Muffel. Das Land will den Gebrauch des Drahtesels ankurbeln und macht Millionen für Verbesserungen im Radwegenetz locker.

Es war einmal: Graz, die so genannte "Radstadt Österreichs". Doch nicht nur die Landeshauptstadt wurde mittlerweile mehrfach von anderen überholt, sondern die gesamte Steiermark hat Aufholbedarf, stellt das Verkehrsressort von Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder (VP) fest. Mit 135 zurückgelegten Fahrradkilometern pro Kopf liegt die Steiermark weit unter dem Bundesschnitt von 162 Kilometern.
Die Steirer sollen wieder vermehrt dazu motiviert werden, auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule und zum Einkaufen in die Pedale zu treten. Und dazu ruft das Land das Projekt "Rad im Alltag" ins Leben. Die erste Etappe, die Aufbringung der finanziellen Mittel, ist geschafft. Zusätzlich zum normalen Budget von zwei Millionen Euro, das für den kontinuierlichen Ausbau des steirischen Radwegenetzes reserviert ist (und von dem vor allem die Tourismusregionen profitieren), macht das Land 2007 drei Millionen Euro locker.
"Der große Ausbau des Radwegenetzes ist damit zugegebenermaßen nicht zu finanzieren", erklärt Edlinger-Ploder, "doch wir werden mit dem Geld eine Vielzahl kleinerer Verbesserungen vornehmen. Dazu zählen etwa Markierungen und die bauliche Trennung von Radwegen und Fahrbahn."
Letzteres erhöht die Sicherheit für Kinder und Jugendliche, die mit dem Rad zur Schule fahren. Die Jungen sollen außerdem als wichtige Zielgruppe durch Kampagnen angesprochen werden. Dass dies Wirkung zeige, beweise das Beispiel Detmold in Deutschland, sagt Edlinger-Ploder: "Ein Jahr Öffentlichkeitsarbeit brachte dort mehr Personen zum Radfahren als ein sechsjähriges Bauprogramm."
Viel verspricht sich das Land zudem von einer Internet-Plattform, die derzeit im Aufbau ist. Dort sollen Radfahrer künftig dazu aufgerufen werden, untereinander Wege und Tipps auszutauschen. Das Verkehrsressort will dabei eng mit der Radfahrerlobby Argus zusammenarbeiten.
HANNES GAISCH