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Politik will mehr Platz für Radler
"Kleine Zeitung" vom 16.07.2003

Das Fahrrad ist auch bei den Stadtvätern ein gefragtes Fortbewegungsmittel. Nicht nur für unsere Radler der Woche, auch für die Stadtregierung spielt das Fahrrad eine wichtige Rolle. Und auch in den Zukunftsüberlegungen der Politiker steht das Fahrrad ganz oben - alle denken an mehr Platz für Radfahrer.

Das Radeln selbst haben die meisten schon vor dem Besuch der Volksschule gelernt. So etwa Wirtschaftsstadtrat Christian Buchmann, der ein Mountainbike und ein Minirad sein Eigen nennt. "Mein liebstes Fortbewegungsmittel sind aber meine Füße", sagt Buchmann. So sehen es auch Vizebürgermeister Walter Ferk und Verkehrsstadtrat Gerhard Rüsch. Letzterer ohne zu verheimlichen, dass er auch gern mit dem Auto, dem Fahrrad und mit der Bahn fährt. Ferk kommt auf 10.000 Auto-Kilometer pro Jahr und setzt vor allem in der Freizeit auf zwei Räder und Pedale.

Für Sportstadtrat und Motorradfan Detlev Eisel-Eiselsberg ist das Fahrzeug schlechthin das Fahrrad; unterstützt von der Straßenbahn. Dieselbe Kombination benutzt Wohnungsstadtrat Ernest Kaltenegger, der nur für Fahrten außerhalb der Stadt sein Auto anwirft. Finanzstadtrat Wolfgang Riedler hingegen spult 15.000 Kilometer pro Jahr mit dem Auto vor allem deshalb ab, weil er zur Arbeit mit dem Auto fährt. Dafür hat er stets einen GVB-10er-Block bei der Hand.

Die Ausnahmen sind Gesundheitsstadträtin Wilfriede Monogioudis und Bürgermeister Siegfried Nagl. Das Stadtoberhaupt setzt sich am liebsten auf sein Pferd Arabella. Weil das in der Stadt schwierig ist, legt er rund 4000 Kilometer pro Jahr zu Fuß zurück. Monogioudis hingegen besitzt weder Auto noch Fahrrad. Sie ist ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs; und mehr als 1000 Kilometer pro Jahr per pedes.

Die Zukunft für den Radverkehr in Graz könnte rosig ausschauen. Alle Regierer würden das Angebot für den Radverkehr erweitern, hätten sie freie Hand. Kaltenegger, Monogioudis, Riedler, Ferk und Rüsch brechen eine Lanze für Radler. Noch weiter geht Eiselsberg, der sogar an Straßenrückbauten in Wohngebieten zugunsten von Geh- und Radwegen denkt. Bei Buchmann und Nagl steht der motorisierte Verkehr gleich hoch in der Gunst wie das Fahrrad.
THOMAS STANZER

Letzte Änderung:
17.10.2007
Wolfgang Wehap
wolfgang.wehap@apa.at

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