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Radfahren genau untersucht: Das Spielgerät mutiert zum Fahrzeug
"Kurier" vom 07.09.2003

Angestellte fahren gern mit dem Rad schnell, sicher, unabhängig: Das antworten Grazer, wenn sie gefragt werden, warum sie eigentlich mit dem Fahrrad durch die Stadt strampeln statt im Bus oder Auto zu fahren.

"Ich kann mir die kürzesten Schleichwege aussuchen", heißt es, oder: "Ich bin nicht irgendwo angehängt oder sitze irgendwo fest, weil ich den letzten Bus verpasst habe." Eine Grazer Soziologiestudentin untersuchte die Gewohnheiten der "Alltagsradler" genau und machte daraus ihre Diplomarbeit. Lydia Seemayer wurde dabei vom "Wissenschaftsladen" und vom Verein "Argus - Die Radlerlobby" unterstützt.

Dabei entdeckte Seemayer interessante Details: In der Kindheit als Spielgerät betrachtet, mutiert das Bike erst später zum Fortbewegungsmittel. Doch oft gibt es einen Knick in der Entwicklung, denn zwischen dem Spielen und der Entdeckung als Fahrzeug liegen Jahre, in denen das Fahrrad nicht benutzt wird. Da braucht es Anstöße von außen, damit Menschen wieder auf das Bike steigen. Doch Radfahrern müsse auch etwas geboten werden, analysiert Seemayer.

Ein gut ausgebautes Radwegenetz, Abstellplätze und Tempolimits für den Kfz-Verkehr seien notwendig. "Solche Maßnahmen fördern die Sicherheit des Radfahrenden, zum anderen auch die Wahrnehmung des Fahrrads in der Öffentlichkeit als ernstzunehmendes Verkehrsmittel."

Eine Untersuchung im Sommer 2002 durch "Argus" zeigte zudem ein genaues Bild der Grazer Radler. 54,8 Prozent sind männlich, 51,8 Prozent zwischen 30 und 49 Jahrealt. Vor allem Angestellte sind gerne mit dem Bike unterwegs (58,5 Prozent), gefolgt von Studenten, Schülern und Lehrlingen mit 20,9 Prozent. 66,8 Prozent der Befragten gaben an, täglich mit dem Rad unterwegs zu sein.