Es war eines jener Vorhaben, die Graz in den Windschatten anderer "Radstädte" wie Salzburg bringen sollte: die Radstation am Hauptbahnhof, die Pendlern Dauerparkplätze zu günstigen Tarifen und eine Self-Service-Station bietet. Doch das Vorreiter-Projekt kommt kaum in die Gänge: Nach acht Monaten muss sich die Stadt mit rund 20 Prozent Auslastung zufrieden geben. Allzu weit dürfte sich das Park-and-Ride-Angebot für Pedalritter am Vorplatz südlich der Gastro-Terrasse nicht herumgesprochen haben. Doch der Graz Radverkehrsbeauftragte Helmut Spinka bleibt optimistisch: "Im internationalen Vergleich sind Anlaufschwierigkeiten normal. Aber ich bin überzeugt, bald wird es bei uns wie in Deutschland sein, wo es für solche Stationen Wartelisten gibt." Was in Graz geboten wird? Man kann sein Rad um einen Euro pro Tag auf einem der 275 Stellplätze in einem diebstahlsicheren Raum abstellen (Jahresticket: 70 Euro). Zielgruppe sind Pendler, die dauerhaft ein Rad beim Bahnhof deponieren wollen. Auch Leihräder gibt es (ab 5 Euro für einen Halbtag). Verkehrsstadtrat Gerhard Rüsch will bei der Vermarktung einen Gang raufschalten: "Wir starten im Herbst eine Info-Kampagne und bieten Aktionstage. Und die ersten 20 Anrufer bekommen heute ermäßigte Tickets!"