|
|

|
| Sie befinden sich: » Startseite | » Medien | » 2005
Linz sattelt aufs Leihrad um "Der Standard" vom 23.08.2005
| Als offiziellen Starttermin hat Linz den autofreien Tag am 14. September gewählt. Dann kann umgesattelt werden, auf öffentliche Leihräder. "Call a bike" nennt sich das aus Deutschland stammende System.
|
|
| Rund hundert Fahrräder werden Anfang September an großen Kreuzungen und Plätzen der Linzer Innenstadt abgestellt. Wer sich eines dieser Räder leihen will, muss die auf den Rahmen gravierte Rufnummer wählen. Gegen Angabe der Konto- oder Kreditkartennummer erhält man Kundennummer und Kode, mit dem sich das Schloss am Rad entriegeln lässt. "Abgestellt werden kann das Rad an jeder Kreuzung", beschreibt Franz Frauendorfer das Prinzip von "Call a bike". Er hat vom deutschen Betreiber die Lizenz, das System in Österreich aufzubauen. Den Linzer Mobilitätsstadtrat Jürgen Himmelbauer (Grüne) konnte er dafür gewinnen. Stadt und Land Oberösterreich finanzieren den Pilotversuch, der bis Ende Herbst dauern wird, mit 25.000 Euro. "Ich rechne nicht damit, dass es soviel kosten wird", meint der Stadtrat. Dies sei die "Maximalvariante", in der Fahrraddiebstähle und Schäden mit eingerechnet seien. In deutschen Großstädten wie München, Berlin, Frankfurt oder Köln funktioniere "Call a bike" problemlos. Das so genannte dynamische Prinzip sei der Grund gewesen, warum Himmelbauer sich für dieses System entschieden und nicht jenes aus Wien übernommen habe. Dort betreibt die Gewista das "Citybike". 500 Fahrräder können ausschließlich an 43 fix eingerichteten Stellplätzen entliehen und wieder geparkt werden. In der Linz City fehle dafür laut Himmelbauer einfach der Platz. So kann das Rad einfach an irgendeiner beliebigen Kreuzung abgestellt werden. Die Arbeitsloseninitiative B 7 wird sich darum kümmern, dass die Räder dann wieder zu frequentierten Plätzen zurückgebracht werden. Außerdem übernimmt sie den Service. Teures Linz Im Vergleich zu Wien kommt das Linzer Modell den Kunden aber teuer. Jede gefahrene Minute kostet sieben Cent, der Tageshöchstsatz liegt bei 15 Euro. Für die Wiener hingegen ist die erste Stunde gratis, erst dann wird stufenweise ein Gebühr einbehoben. In Niederösterreich sind die Leihräder sogar noch komplett kostenlos. Seit Mai dieses Jahres gibt es im ganzen Land das "Zweirad-Freirad". 25 Gemeinden haben sich inzwischen der Aktion, die vom Land Niederösterreich finanziert wird, angeschlossen. Ursprünglich war geplant, ab Sommer auch eine Miete einzuführen. Doch darauf wurde verzichtet. Frauendorfer kann sich aber nicht vorstellen, dass wegen des Geldes das Leihrad in Linz ein Flop werden könnte. Der Vorteil, das Rad auch dort abstellen zu können, wo man hin wolle, sei der "große Pluspunkt gegenüber den anderen Systemen in Österreich".
Kerstin Scheller
|
|
|
|
| 
|