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Anti-Radler-Leserbriefe in der "Kleinen Zeitung" "Kleine Zeitung" August 2005
| Es klingt nach "Dirty Campaigning" oder dem Versuch, in der sommerlichen Nachrichtenflaute mit blöden Anwürfen für ein bisschen Wirbel zu sorgen: Im August fand eine Serie von polemischen Leserbriefen in der "Kleinen Zeitung" Abdruck, denen wackere RadlerInnen, so fern sie veröffentlicht wurden, entgegnet haben.
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Das sollten Radler beachten
| 10.08.2005
Das so genannte "Kuratorium für Verkehrssicherheit" fordert "Maßnahmen zum Schutz von Radfahrern". Die "Experten" dieses Vereins sollten viel besser den Radfahrern folgendes vermitteln: Ein Radfahrer darf nicht ohne Beachtung des Vorranges in eine Straße einbiegen. Ein Radfahrer ist kein Fußgänger (hat also keinen Vorrang auf einem Zebrastreifen, wenn er hinter einer Hausecke hervorschießt und den Zebrastreifen benutzt). Radfahrer sollten bedenken, dass Radwege mit viel Steuergeld nicht dafür errichtet wurden, dass man dann trotz Radwegs auf der Straße fährt. Auch ein Radfahrer darf nur auf Sicht fahren und muss den Vertrauensgrundsatz beachten . . .
Dr. Hans-Otto Hüppe, Kindberg
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Kennzeichen für Fahrräder
| 13.08.2005
(LB "Das sollten Radler beachten")
Es wird viel Geld in Radwege investiert- wozu? Da wird einfach daneben auf der Fahrbahn geradelt. Sogar Eltern fahren mit Kindern neben dem Radweg. Rote Ampeln, Rechtsregeln usw. sind anscheinend nur ein netter Hinweis. Ein Radfahrer hat auch auf dem Zebrastreifen nichts verloren. Am besten wäre es, Kennzeichen einzuführen, damit man Anzeige erstatten kann. Für mich sind Radfahrer prinzipiell vom Vertrauensgrundsatz auszunehmen. Sie sind unberechenbar. Wenn sich jetzt jemand angegriffen fühlt, wird das einen Grund haben.
Ewald Tschernko, Graz
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Räder und Stadtbild
| 19.08.2005
Für die vielen Sommergäste, aber auch für die Einheimischen in Graz ist es sicher nicht lustig, dass die Ränder des Hauptplatzes und auch anderer Plätze mit Fahrrädern total verrammelt sind. Könnte man nicht gleich auch den Brunnen am Hauptplatz und die Gehsteige ein bisschen mit Rädern verstellen. Jedes falsch geparkte Fahrrad sollte sofort ins Fundamt gebracht werden, wo es der Besitzer dann wieder auslösen kann. Ich bin über das derartig veränderte Stadtbild sehr traurig und verärgert.
Gerhild Schidlofski, Graz
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"Ich will unbehelligt mit dem Rad fahren"
| 21.08.2005
(Eine Antwort auf Leserbriefe gegen die Radfahrer; die Leiden eines Tourenfahrers. LB "Das sollten Radler beachten" und "Kennzeichen auch für Fahrräder")
Was soll diese Hetzkampagne gegen uns Radfahrer? Hält nur ein einziger Autofahrer den Vorrang gegenüber Radfahrern ein? Nein! Blinkt ein Autofahrer beim Abbiegen? Nein! Natürlich gibt es Radfahrer, die sich nicht an die Vorrangregeln halten, genauso wie auch Autofahrer. Aber ein Radfahrer tut sich bloß selber weh, wenn er sich nicht an die Regeln hält. Aber ungleich schwerwiegender für einen Radfahrer ist es, wenn sich ein Autofahrer nicht an die Vorrangregeln hält und einen Radfahrer "abschießt". Unzählige Male habe ich es auf meinen Touren schon erlebt, dass ein Autofahrer aus einer Seitenstraße schoss, obwohl ich schon auf zwei Meter heran war, und mir den Vorrang raubte. Ist das fair? Es ist bedauerlich, dass ich das sagen muss: Die wahren Anarchisten sind die Autofahrer! Autos sind Mordwerkzeuge in Händen von geistig Unzurechnungsfähigen! Und davon gibt es jede Menge - siehe die Unfallstatistiken! Damit bloß keine Missverständnisse aufkommen - ich bin ein absolut friedfertiger Bürger, ich will nur unbehelligt meine Radtouren runterspulen, aber wenn sich 95 Prozent der Autofahrer nicht an die Vorrangregeln halten, dann fühle ich mich in meiner Sicherheit bedroht!
Willi Hajdinjak, Graz
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Nummerntafel für Räder
| 25.08.2005
Ich fahre jeden Tag um 5 Uhr mit dem Auto zur Arbeit (Schillerplatz, Elisabethstraße, Geidorf), und es fahren die Radfahrer ohne Licht und mit dunkler Bekleidung. Oder, wenn ich nach dem Dienst um 15 Uhr vorbei an der Oper fahre, da schießen die Radfahrer vom Stadtpark daher, ohne zu schauen. Es ist auch nicht lustig Freitagabend in der Stadt: Im Bermuda-Bereich fahren die Radfahrer trotz vieler Fußgeher, die dort unterwegs sind. Ich finde daher, der Radfahrer sollte genauso eine Nummerntafel bekommen. Er ist Verkehrsteilnehmer, muss daher auch ein intaktes Rad haben, und er muss sich eben auch an die Vorschriften halten. Ansonsten - Bestrafung.
Inge Peinsipp-Nitsche, Graz
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Abstruse Idee der Rad-Nummerntafel
| 28.08.2005
Auffallend häufig fühlen sich Schreiber bemüßigt, pauschal über die Radler herzuziehen. Zum Gutteil steckt da wohl Neid dahinter, weil diese ihnen im Stau um die Ohren flitzen, problemlos direkt vor dem Geschäft oder Büro parken und obendrein weder Sprit noch Steuern zahlen. Da kommen dann auch so abstruse Ideen wie die Einführung von "Nummerntafeln" auf: Meines Wissen gibt es sie heutezutage weltweit nirgends, in der Schweiz hat man eine (kleine) Haftpflichtversicherungsplakette. Zu Überwachungszwecken unverhältnismäßig und unadministierbar, würden finanziell schwache Gruppen von einem wichtigen Mobilitätzugang ausgeschlossen und verkehrspolitische Bekennnisse zur Förderung des Radverkehrs konterkariert.
Ulrike Stadler, Graz
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