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Die übliche Hassliebe "Kleine Zeitung" vom 25.10.2005
VON FALL ZU FALL
| Freihändig fahrender Radfahrer zeigte Lkw-Fahrer den Vogel. Das hatte Folgen.
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| Ganz Graz, so scheint es manchmal, ist ein einziger, flächendeckender Fahrradweg. Sie radeln munter bei Rot über die Kreuzung, quer durch Parkanlagen, selbstverständlich auf den Gehsteigen , durch die Fußgängerzonen, auf den Straßenbahngleisen - überall, wo es verboten ist und kein Mensch oder gar Polizist hält diese Undisziplinierten unter den Radfahrern auf. So - das musste aus der Sicht einer Fußgängerin einmal gesagt werden. Offenbar ist dieses Ärgernis aber nicht nur auf die Landeshauptstadt beschränkt. Gestern stand ein Lkw-Fahrer vor Gericht, der in einer Ortschaft nördlich von Graz auf einer Gemeindestraße unterwegs war. Vor ihm ein Radfahrer. "Er fuhr freihändig und als ich ihn überholte, zeigte er mir den Vogel", erzählt der Beschuldigte Richter Erik Nauta. Es könnte auch eine kreisende Handbewegung - "Bist huschi?" - gewesen sein. Wie auch immer, der Fahrer im Pritschen-Lkw bremste scharf ab, der Radfahrer, ein Student, kam zu Sturz, dabei verstauchte er sich einen Knöchel. Nötigung und Körperverletzung. "Fühlen Sie sich schuldig?" will der Richter wissen. Der Mann überlegt. "Das ist alles sehr ungerecht", sagt er dann, "Nötigung vielleicht ja, Körperverletzung nein. Ich kann nichts dafür, dass er gestürzt ist." - "Das ist die übliche Hassliebe zwischen Radfahrern und Autofahrern", wendet Staatsanwalt Erich Leitner ein. - "Ja, eine lächerliche Sache", nickt der Beschuldigte. Auch der Richter sucht "eine sinnvolle Lösung". Der Student erinnert sich an eine "brenzlige Situation", verzichtet aber auf Schmerzensgeld. Die Sache geht ohne Vorstrafe für den Beschuldigten aus: 600 Euro Geldbuße, 100 Euro Prozesskosten. "Sie haben nur geringe Schuld", erläutert der Richter, "denn der Radfahrer hat Sie provoziert."
DORIS PIRINGER
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Leserbriefe, "Kleine Zeitung" vom 28.10.2005
| Endlich lese ich in "meiner" Kleinen fast alle Sünden der Radfahrer. Ich danke Ihnen, Frau Piringer, aus der Sicht eines Fußgängers, Rad- und Autofahrers. Der alten Hassliebe (Auto- gegen Radfahrer) folgt die neue, Fußgänger gegen Radfahrer. Schade, dass der nette Einspurige nicht auch eine Strafe "ausgefasst" hat . . .
Helmut Trinker
Montag, 17.30 Uhr, Herrengasse: Radfahrer fahren auf den Gehsteigen, ein Mann ruft, dass es eigentlich verboten sei. Ein Radfahrer zeigt seinen Mittelfinger und ruft "Alter, hau dich über die Häuser". Vielleicht können solche Beiträge zu einem Umdenken führen; dass die Polizei dringendst erforderlich ist . . .
Magdalena Skarek, Graz
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