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Abenteuer
"Kleine Zeitung" vom 17.11.2005

ZYNIKUS

Licht am Tag ist Pflicht und die Autofahrer halten sich dran: Gut 80 Prozent machen sich sichtbarer, obwohl noch gar nicht gestraft wird. Trotzdem ist nicht alles eitel Abblendlicht: Fußgänger und Radfahrer werden nun schlechter wahrgenommen, klagt der ARBÖ.
Als Ganzjahresradler frage ich: Noch schlechter? Schon jetzt registrieren vor allem (ältere) Lenker vom Land selten, dass in Städten die Kuriosität "Radwege" existiert, die oft rechts der Fahrbahn verlaufen, man also beim Rechtsabbiegen mit mutigen Pedalrittern rechnen muss. Was könnte da Abhilfe schaffen? Licht bei Tag auch für Radfahrer? Ja, aber man müsste ihnen wohl Blaulicht (plus Folgetonhorn!) geben, damit sie von allen bemerkt werden. Aber es gibt noch eine Steigerung: die 30er-Zonen mit Rechtsvorrang. Eine satte Mehrheit hält die auf den Boden gemalten haifischzahnartigen Dreiecke wohl für einen Modegag, der etwas Licht in den grauen Asphaltalltag einer Straße bringt.
Wer Lust auf echte Abenteuer hat, muss heutzutage keine Achttausender bezwingen. Er setzt sich ins Auto (noch cooler: aufs Rad) und pocht in 30er-Zonen auf seinen Vorrang.
Egal, ob mit oder ohne Tagfahrlicht. Wichtig ist da nur ein gutes - Testament.
Sie erreichen den Autor unter zynikus@kleinezeitung.at

HEINZ GRÖTSCHNIG