| Seit gestern treten sie in die Pedale, die Grazer Fahrrad-Cops. Zwei Polizistinnen und vier Kollegen sind künftig mit Rädern auf Streife unterwegs.
Was sich vor zwei Jahren als Wahlgag entpuppte, ist jetzt Realität geworden: In Graz gehen ab sofort drei Polizisten und zwei Polizistinnen mit dem Fahrrad auf Streife. Ein weiterer Fahrradpolizist kommt später noch dazu, er ist derzeit im Krankenstand. Die Fahrradpolizei ist ein Pilotprojekt des Innenministeriums, das bis Ende 2008 in allen Bundesländern in je einer Stadt durchgeführt wird. "Nach einer Evaluierung sollen die Fahrradstreifen forciert werden", weiß Oberst Benno Kleinferchner vom Grazer Stadtkommando.
Vorerst sind sie aber nur in Graz unterwegs, das aber - wenn möglich - das ganze Jahr hindurch. "Die sechs Streifenpolizisten sind für Sommer und Winter ausgerüstet", so Kleinferchner. "Wenn es die Witterung erlaubt, sind die Kollegen auch im Winter und in der Nacht auf Streife, vorwiegend im innerstädtischen Bereich." Gedacht ist aber auch an Einsätze bei Schwerpunktkontrollen. "Wenn es zum Beispiel in einer Siedlung vermehrt Einbrüche gibt, können die Fahrradstreifen als Unterstützung herangezogen werden. Sie fallen weniger auf als die Streifenwagen", sagt der Oberst.
Für die Fahrradpolizei hat sich das Innenministerium einiges einfallen lassen. Die Beamten bekamen eine uniformähnliche Fahrradbekleidung mit der Aufschrift "Polizei". Die Dienstfahrräder sind ebenfalls einheitlich abgestimmt. Bewaffnung ist allerdings die selbe wie im üblichen Streifendienst.
"Die Kollegen haben sich freiwillig gemeldet, es sind begeisterte Radfahrer", sagt Kleinferchner. "Sie mussten sich einem harten Test unterziehen und wurden speziell geschult." Fahrradcops waren schon vor zwei Jahren im Grazer Stadtpark unterwegs, allerdings nur für kurze Zeit. Nach den Landtagswahlen wurden die nicht offiziell genehmigten Streifen wieder eingestellt.
HANS BREITEGGER
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