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Radleichen wiederbelebt
"Kleine Zeitung" vom 06.11.2007, Seite 23

Über 2000 herrenlose alte Drahtesel wurden seit 2003 in Graz eingesammelt, zum Teil repariert und "wiederbelebt" erneut in Umlauf gebracht.

Mehr oder weniger schrottreife Drahtesel, die von ihren Eignern achtlos "weggelegt" wurden, verstellen und verschandeln häufig Fahrrad-Abstellplätze in Graz. Mit der vom Grazer Straßenamt initiierten und 2003 gestarteten Sammelaktion wird in Zusammenarbeit mit dem sozioökonomischen Verein Rebikel nicht nur wieder Platz geschaffen, sondern es werden Alträder wieder zum Leben erweckt und in den Verkehrskreislauf zurückgeführt.

"An die 700 Räder werden so jährlich einmal aus dem Verkehr gezogen. Heuer könnten es sogar mehr werden, denn 600 haben wir schon bisher eingesammelt", erklärt Rebikel-Obmann Hans Alexander Pauer. Die Aktion funktioniert so: Offensichtlich herrenlose Drahtesel bekommen eine Schleife mit der Aufschrift "Achtung, Schrottrad-Sammlung". Nach etwa sechs Wochen werden noch immer dort stehende Räder abtransportiert und weitere zwei Monate gelagert.

Laut Pauer wurden von den rund 700 abgeholten Radln im Vorjahr etwa 200 in der vereinseigenen Werkstätte wieder auf Vordermann und in Umlauf gebracht. Ungefähr die gleiche Anzahl ging im Rahmen einer Sozialaktion nach Rumänien. Der Rest ist Bestandteil-"Lieferant" oder Schrott.

"Die 3000 gedruckten Schleifen sind nahezu aufgebraucht, neue sind gerade in Druck", berichtet der Grazer Radverkehrsbeauftragte Helmut Spinka.

Pauer appelliert an Radlbesitzer, ihre ausrangierten Fahrzeuge nicht einfach stehen zu lassen, sondern diese dem Verein (Tel. 0676/50 190 70) zur Abholung zu melden.

HANS ANDREJ