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Winterradeln hat wieder Saison

Für AlltagsradlerInnen sind auch tiefe Temperaturen, Eis und Schnee kein Hindernis - obwohl es auch in den südlichen Teilen der Steiermark in der bisher schon mehr Winter als in der ganzen Saison 2006/07 gab. Das Oberland war ja heuer schon besonders früh mit der Weißen Pracht gesegnet.   


Winter light in Graz
Winter light in Graz
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Spikes, 2- und 4-reihig
Spikes, 2- und 4-reihig
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Mit der "Lichtaktion", die ARGUS gemeinsam mit Polizei und Bicycle in Graz bis 20. November durchgeführt hat, ist schon ein Schwerpunkt aufgezeigt: Weil es schon vor 17.00 Uhr finster wird und in der Früh spät hell, muss gerade jetzt auf eine funktionierende Lichtanlage und korrekte Reflektorenausstattung geschaut werden. Auch refelktierende Materialien an der Kleidung, etwa reflektierende Hosenbeinraffer, erhöhen Sichtbarkeit und damit Sicherheit.  

Fortgesetzt wird heuer die 2006/07 gestartete Spikes-Aktion der Stadt Graz: Weil es in der vergangenen Saison keine wirklichen Testbedingungen für die 20 TestpilotInnen gab, hat Radverkehrsbeauftragter Helmut Spinka um einen zweiten Durchgang ersucht - die Erfahrungen mit den Nagelreifen sollen protokolliert werden, um in einem Abschlussbericht Empehlungen geben zu können. Die ARGUS-Aktiven Heidi Schmitt und Stephan Landgraf haben ein erstes - positives - Resümee im
ARGUS-Forum gezogen. 

Wichtiger Winterdienst
Eine wichtige Voraussetzung für das Winterradeln ist ein guter Winterdienst. Die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Graz sind dafür mit 5 Räum- und Streufahrzeugen extra für Rad- und Fußwege gerüstet. Der Splitteinsatz ist 2006/07 stark zurückgefahren worden, der für Fahrradschläuche oft mörderische spitze Kleinschotter sollte nur auf Steilstücken zum Einsatz kommen, sonst wird auf Feuchtsalz zurückgegriffen. Appelliert wird seitens der Radlobby um eine rechtzeitige Schneeräumung der Hauptradrouten und das Freihalten von Radverkehrsflächen an Kreuzungen von Schneehäufen. Die Hotline für den Winterdienst in Graz lautet Tel. 872-7211 od. -7213 rund um die Uhr besetzt; Portier: -7272.

Unsere Tipps
• Auf frisch verschneiten Wegen kann man problemlos radeln. Trotzdem erfordern nasse und schneebedeckte Wege und schlechte Sicht (auch trotz Spikes) erhöhte Aufmerksamkeit durch die Radelnden. Es ist wichtig, die Geschwindigkeit den Gegebenheiten anzupassen, vorausschauend zu fahren, keine ruckartigen Lenkbewegungen auszuführen sowie frühzeitig und moderat zu bremsen.

• Vor allem muss man stets damit rechnen, dass gerade auf Nebenstraßen überfrierende Nässe trotz guter Räumung und Streuung die Wege stellenweise in Eisbahnen verwandeln kann. Daher: Vorsichtig um die Kurve fahren! Dabei nicht treten oder bremsen! Bei glatter Fahrbahn jedenfalls möglichst ausrollen lassen.

• Mit einem „tiefer gelegten" Sattel ist man schneller mit den Füßen am Boden. Der Luftdruck in den Reifen sollten ebenfalls etwas abgesenkt werden, um die Auflagefläche zu vergrößern. Optimalen Halt verleihen Spikesreifen oder ein neu entwickelter Winterreifen von Conti, der durch hartes, scharfkantiges Granulat in der Gummimischung für besseren Grip sorgen soll. Um für alle Fälle rasch die Beine am Boden zu haben, sollte man auf Clickpedale eher verzichten. Den AutolenkerInnen rät ARGUS, sich ebenfalls an die Witterungsverhältnisse anzupassen und die Radelnden grundsätzlich nur an übersichtlichen Stellen und nur mit ausreichendem Abstand (mindestens 1,5 Meter) zu überholen.

• Eine weitere wichtige Voraussetzung für das Winterradeln ist ein sicheres Fahrrad. Technisch einwandfreie Bremsen, Bereifung und Beleuchtung sind für die eigene Sicherheit und die der anderen VerkehrsteilnehmerInnen ein absolutes Muss! Einen großen Teil der Fahrten absolviert die Winter-AlltagsradlerIn im Dunklen, daher ist besonders gute Beleuchtung wichtig.

• Das Argument mit der Kälte zieht nicht, wenn man sich richtig kleidet (Schifahren geht man ja auch im Winder, oder?). Auch wenn es beim Losfahren etwas ungemütlich sein kann, wird es unterwegs doch recht schnell warm. Nach dem bekannten „Zwiebelschalenprinzip" mit mehreren dünnen Schichten übereinander kann man die optimale Temperatur recht einfach einstellen. Generell sollte auf atmungsaktive, wind- und wasserdichte Bekleidung geachtet werden. Sichtbarer und damit sicherer radelt es sich selbstverständlich mit heller Kleidung. Wer besonders sicher unterwegs sein möchte, kann auch eine Warnweste überziehen, die mittlerweile überall sehr günstig erhältlich sind. Für einen wohl temperierten Kopf gibt es bekanntlich Hauben und Stirnbänder. Besonders vorteilhaft erweisen sich auch „Buffs", dünne, schlauchförmige Tücher aus Trikotstoff, die in verschiedenen Variationen getragen werden können, somit Kopf und Hals schützen und auch unter den Helm passen. Noch ein paar Handschuhe angezogen, und los geht's!

HEIDI SCHMITT