| Radstreifen waren nur wenige Tage unterwegs. Richtig losradeln wird man erst wieder im Frühjahr.
Sicher, selbst dem geschulten Grazer Auge kann einmal etwas entgehen. Aber Augenzeugenberichte, wonach eine Radstreife der Grazer Polizei tatsächlich gesichtet wurde, hielten sich in letzter Zeit verdächtig in Grenzen. Überhaupt war es rund um die "Radl-Cops", die - nach gehöriger Verspätung - Ende Oktober unter Blitzlichtgewitter in die Pedale traten, fast schon kriminell ruhig geworden.
Der Grund: Man ist nie wirklich in Fahrt gekommen. "Die Kollegen waren ja nur ein paar Tage unterwegs", verrät Oberst Benno Kleinferchner vom Grazer Stadtkommando. "Dem Ministerium ist es ja vor allem darum gegangen, dass wir wie versprochen heuer noch starten. Und das haben wir auch getan. Aber jetzt ist es zu kalt, das will ich niemandem zumuten."
Zwar sei man vom Innenministerium auch mit winterfester Kleidung ausgestattet worden, "und es kann sich auch jeder der dafür ausgesuchten Kollegen freiwillig das Rad schnappen. Aber eine wirkliche Fortsetzung wird es wahrscheinlich erst ab März wieder geben."
Erfahrungswerte habe er demnach noch keine auf Lager. "Allerdings hat es gleich am ersten Tag einige Anzeigen gegeben. So wurden im Stadtpark Dealer erwischt, die haben das nicht überlauert, dass da Polizisten auf den Rädern daherkommen", erzählt Kleinferchner.
Daher sei der vorübergehende Stillstand der Räder bloß eine Pause, versichert der Oberst. Und nicht das Ende, wie beim ersten Grazer Einsatz von Fahrrad-Polizisten im Jahr 2006: Kurz vor der Nationalratswahl waren damals mobile Freunde und Helfer im Stadtpark unterwegs. Nach nicht einmal vier Wochen sind sie wieder abgestiegen.
MICHAEL SARIA
|