Sie befinden sich:  » Startseite  |  » Geschichte

Transporträder aus Graz


Styria Gepäcksdreirad, 1897
Styria Gepäcksdreirad, 1897
Bildvergrößerung

Transportdreirad der Bäckerei Tax, um 1900
Transportdreirad der Bäckerei Tax, um 1900
Bildvergrößerung

Styria-Modelle, 1930
Styria-Modelle, 1930
Bildvergrößerung

Im Dienste des "Grazer Tierschutzvereines", 30er-Jahre
Im Dienste des "Grazer Tierschutzvereines", 30er-Jahre
Bildvergrößerung

Das Dreirad war ja schon parallel zum Hochrad aufgekommen und verlor mit der Verbreitung des Niederrades zwar an Bedeutung für den Touren- und Rennsport, wurde dafür aber für den Lastentransport entdeckt.

Johann Puch stellte im Modellprogramm 1896 zwei Gepäckdreiräder mit je 250 kg Traglast vor, eines mit Antrieb auf das Hinterrad und das andere mit übersetztem Vorderradantrieb, beide mit Transportbehälter (auf zwei Rädern) hinter dem Fahrer. Ein Jahr später drehte Puch die Konstruktion um: Nun wurde das Gepäcksdreirad über einen vorne auf zwei Rädern montierten Transportbehälter gelenkt, der Antrieb erfolgte über eine Kette auf das Hinterrad. Dieses Prinzip fand  weltweit Nachahmung und ist auch heute noch z.B. beim Christiania-Lastenrad in Anwendung.

Auch die Meteor-Fahrradwerke bauten nach diesem Prinzip um 1900, in einer Zeit, in der laut Katalog "das Gepäcksdreirad ... für die Geschäftswelt nahezu unentbehrlich geworden" ist, ein Personen- und Gepäcksdreirad, das vorne wahlweise mit Kasten oder Korb geliefert wurde. Von "Graziosa" (Benedict Albl) gab es 1899 das Modell XIV, ein Gepäcksdreirad ohne Kette (Kardanantrieb).

Der Styria-Katalog von 1900 zeigt zwei Dreiräder für den Gütertransport - eines mit der Aufschrift " k.k. Post" am Aufbau und eines mit einem Weinfass als Transportbehältnis. 1909 kostete das Styria Modell XIII "Gepäcksrad" übrigens 450 Kronen, etwa das Doppelte eines Tourenrades. Die Beschreibung im Katalog: "Patentsteuerung auf Kugeln, gut gefederter Unterbau, worauf der Kasten ruht, extrastarke Gummis, stärkere Achsen und Speichen, verstärkter Rahmen, Kastengröße nach Wunsch und Bedarf, mit oder ohne Galerie".

Die Styria-Fahrradwerke bauten auch unter dem Markennamen "Dürkopp" ein Transport-Dreirad, Modell Atlas.




Nickerchen im Anhänger
Nickerchen im Anhänger
Bildvergrößerung

"Bauanstalt für Fahrradanhänger"
Mit dem Aufkommen der Motorfahrzeuge büßte nicht nur der Personen-, sondern auch der Gütertransport per Fahrrad an Attraktivität ein. Länger als die Transportdreiräder blieben Zweirad-Anhänger in Verwendung. So existierte 1936 bis etwa 1950 in Graz-Liebenau eine "Bauanstalt für Fahrrad- und Motorradanhänger", betrieben von "Ing. Johann Exel´s Witwe".