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Neues Neige-Dreirad als Snow-Mobil

Ein Neige-Dreirad hat der Grazer Antriebsforscher Gerfried Cebrat entwickelt: Die beiden vorderen, kleineren Räder legen sich in die Kurve, der Vorteil ist eine höhere Stabilität vor allem auf rutschigem Untergrund. Gebaut wurde der Prototyp von "Rebikel", man der Patentanmeldung hofft auf eine kleine Fun-Bike-Serie.


Neige-Dreirad
Neige-Dreirad
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Test bei Eis & Schnee
Test bei Eis & Schnee
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"Der Wunsch nach einer Lösung entstand durch einen unliebsamen Kontakt mit der Straße - ausgelöst durch eine gefrorene Lache im Winter 2006/2007", berichtet Gerfried Cebrat, der bei der Forschungsgesellschaft Mobilität FGM in Graz arbeitet. Seine Überlegung: Zwei Vorderräder ermöglichen eine sicherere Fahrt, aber der Aufwand ist bei bestehenden Lösungen hoch, da ein In-die-Kurve-Legen unabdingbar ist.

Nach einigen Skizzen und dem Bau eines bewegten Modells übernahm Rebikel die Umsetzung. "Mit zwei Fahrradgabeln inklusive Rädern, dem Gestänge und den Gelenken für das Parallelogramm ist die Lösung vergleichsweise einfach", erläutert Cebrat. Ein Bremsgriff bedient die zwei vorderen Bremsen. Der größte Vorteil ist, dass die Lösung bei jedem bestehenden Fahrrad ohne Schweiß- oder Lötarbeiten nachgerüstet werden kann.

Testbericht
Die ersten Tests auf einer nassen schrägen Wiese hatten schon gezeigt, dass das Neige-Dreirad bei blockierenden Vorderrädern gutmütiger agiert. Daher wurde die Lösung auch zum Patent eingereicht. Nach dem Schneefall Ende 2007 konnte der Beweis angetreten werden: Das Neige-Dreirad lässt sich auf rutschigem Untergrund mit einem oder zwei blockierenden Vorderrädern ohne Sturz zum Stillstand bringen. Die Kurvengeschwindigkeiten wurden noch nicht gemessen, die Physik lässt sicher keine Sprünge erwarten - in der Praxis konnte jedoch auf Schneefahrbahn sowohl ein ausbrechendes Hinterrad als auch ein Schieben über die Vorderräder gut kontrolliert werden. Also ein ideales Gefährt für Spass im Schnee oder an Wintermorgen, bevor die Radwege geräumt und gestreut werden.  Wintersportgebiete die einen zusätzlichen Après-Ski Spass anbieten wollen, Jugend-Camps oder auch Fahrradtransporte sind mögliche Einsatzgebiete, für eine Kleinserie wird noch eine Kooperation mit einem Radhersteller gesucht.

Gerfried CEBRAT