Glacis-Zinzendf
 
Sie befinden sich:  » Graz Radln  |  » Aktuelles  |  » 2007

Schnecke adieu - kerzengerade in den Augarten

Die "Schnecke" ist Geschichte - kerzengerade und in geringem Neigungswinkel geht es nun vom Roseggerkai unter der Grazbachgasse durch in den Augarten. 160.000 Euro ließen sich Stadt und Land die Begradigung kosten.


Politiker-Phalanx
Politiker-Phalanx
Bildvergrößerung

Erstbefahrerin
Erstbefahrerin
Bildvergrößerung

Neue Rampe im Test
Neue Rampe im Test
Bildvergrößerung

Zur Eröffnung am 19. Dezember war es arschkalt, woran auch heiße Bratwürste, Tee und Glühwein nur wenig ändern konnten: Stadtrat Gerhard Rüsch und Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder, für´s Foto mit Fahrrädern ausstaffiert, durchschnitten das Band, die Politikerdichte war - vier Wochen vor der Gemeinderatswahl nicht überraschend - besonders hoch.

160.000 Euro hat die neue Rampe gekostet, 50:50 von Stadt und Land beglichen. Eigentlich wurde ja nur der südliche Teil, wo früher die Serpentine in den Augarten führte, neu gebaut. Durch die Begradigung musste man den hier in die Mur mündenden Grazbach überbrücken, was sich doch etwas aufwendiger gestaltete. Im Nordteil soll im Frühjahr die verlängerte Murpromenade eingebunden werden; ein problematisches Unterfangen, das hoffentlich durch eine ausreichend große Plattform und allenfalls "Pforte" abgemildert wird, um die einmündenden Prominierenden nicht zu unvermittelt auf den Radverkehr treffen zu lassen.

Etwas sorgenvoll wurde die Wintertauglichkeit der Rampe mit 5,9  Prozent Gefälle/ Steigung begutachtet: Was wie Eis aussah, waren bei der Eröffnung nur Salzschlieren. Zweifellos ist hier ein guter Winterdienst gefragt. Allerdings gab es diesbezüglich auch beim Steininger-Steg Bedenken, die inzwischen ausgeräumt sind. Etwas zu hoch geraten ist das Geländer, das der ganzen Konstruktion das Flair eines Laufstalles gibt und die Sicht auf die Mur nimmt.  



ARGUS fordert Engagement auch nördlich der Hauptbrücke

Begrüsst wurde die Beseitigung der "Schnecke" von ARGUS Steiermark-Obmann Ben Hemmens als Verbesserung der Radroute am linken Murufer, die zu den am stärksten frequentierten der Stadt zählt. Diese Maßnahme stehe somit in einer Reihe mit dem Bau des Elise-Steininger-Stegs und der Sanierung des Weges von der Hauptbrücke bis zum Erich-Edegger-Steg.

"Leider werden diese Verbesserungen stark konterkariert von dem Plan, am Kaiser-Franz-Josef-Kai den sehr stark frequentierten Geh- und Radweg zu verschmälern, um neue Parkplätze zu schaffen", erklärte Hemmens. "Das macht die Strecke symbolisch für die Erfolge und Misserfolge der Radverkehrspolitik der letzten 5 Jahre: Einigen sinnvollen Maßnahmen stehen etwa genauso viele Rückschritte und aufgrund unzureichend durchdachter Planung neu gebaute Problemstellen gegenüber."

(ARGUS)