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Grenzenloses Radeln nach Slowenien

Mit der Abschaffung der Grenzkontrollen zwischen der Steiermark und Slowenien ergeben sich noch bessere Möglichkeiten für RadlerInnen, eine Tour bilateral anzulegen. Auf slowenischer Seite bedarf allerdings das Infrastrukturangebot noch einer Nachrüstung.   

"The Bicycle crossing frontiers" hieß das Motto der internationalen Velocity Conference 1999 in Graz und Maribor. Damals wurde auch die erste Radroute zwischen den beiden Schwesternstädten ausgeschildert und eröffnet - ein symbolischer Akt, der die völkerverbindende Funktion des Radfahrens unterstreichen sollte. Dass die Grenze schon so bald in der Realität wegfallen sollte, hätte damals wohl kaum jemand zu hoffen gewagt. 

Entlang der 145 km langen steirisch-slowenischen Grenze hatte sich schon davor der Radtourismus entwickelt, vor allem im Radkersburger Raum. Aber auch an der südsteirischen Weinstraße bieten sich Abstecher an oder am Radlpass, wo es entlang des Höhenrückens ins Drautal geht. Die Öffnung von Grenzübergängen, die nur für den so genannten Kleinen Grenzverkehr zugänglich waren, für FußgängerInnen und RadlerInnen, brachte zusätzliche Impulse.


Murfähre Weitersfeld
Murfähre Weitersfeld
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Brücke Donnersdorf
Brücke Donnersdorf
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Fähre und Brücke
Die Geschichte der Rollfähre Weitersfeld/ Sladki vrh (Süßenberg) reicht zurück in die Zeit der Monarchie, als auch jenseits der Mur noch Steiermark war und im jetzigen Grenzabschnitt fünf Schiffsverbindungen existierten. Im Jahre 1953 ging die Konzession in slowenischen Besitz über, der Grenzübergang war aber nur für Bewohner der Grenzbezirke offen.

Als der Bund um 1990 die Zuschüsse für die Rollfähre in Weitersfeld einstellte, stand die einzige steirische Fähre vor dem "Aus". Das es nicht soweit kam, ist ein Verdienst des aufkommenden Radtourismus und verbesserter bilateraler Beziehungen: 1992 wurde dieser Grenzübergang (wie auch jener von St. Anna am Aigen) für Fußgänger und Radler geöffnet, 1995 wurde der Fährbetrieb bedarfsgerecht auf Sonntag ausgeweitet.

2007 nutzten in der Saison 15.315 Radfahrerinnen und Radfahrer die Rollfähre in Weitersfeld, sicher hauptsächlich Radtouristen und -Ausflügler, eine beachtliche Zahl, die das Potenzial des Radtourismus für den slowenisch-steirischen Grenzraum vor Augen führt. (Fährenbetrieb: 15.03.-30.04. und 01.09.-15.11. 7.00-20.00 Uhr, 01.05.-30.08. 07.00-22.00 Uhr)

2006 wurde im Halbenrainer Ortsteil Donnersdorf eine Fuß-/ Radbrücke ("Steirerbrücke/ Stajerski Most") über die Mur eröffnet, sodass es zusammen mit den internationalen Grenzübergängen Spielfeld, Mureck und Bad Radkersburg viele Flussquerungen gibt, denen aber großteils leider noch die radfahrfreundliche Infrastruktur im slowenischen Hinterland um Gornja Radgona, Apace, Sladki Vrh und Setilj fehlt.

ARGUS-Tour im Frühjahr
Die traditionelle Bärlauch-Tour, die als erster Radausflug der Saison in die Bärlauchwälder nach Mureck immer über verschiedene Anfahrtsrouten führt, ist 2008 mit einer Schleife über Slowenien geplant.

(ARGUS)