SPÖ-Klubobmann Kröpfl fragt, ob das Steirer-Bike nicht ein billiger PR-Gag der ÖVP war. "So ein Blödsinn", kontert Produzent Harald Scherz.
Erst im Herbst 2007 wurde das "Steirerbike" auf dem Dachstein mit Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder vorgestellt. Der Ennstaler Sportartikelhändler und 24-Stundenlauf-Erfinder Harald Scherz ist dafür verantwortlich, die Trekkingbikes werden in Wörschach gefertigt. Nun greift der steirische SPÖ-Klubobmann Walter Kröpfl das Projekt frontal an. Er bezieht sich dabei auf einen Bericht in einem steirischen Umweltmagazin. "Made in Styria ist maximal die Idee, der Rest des Fahrrads stammt nicht gerade klimafreundlich aus Fernost. Landesrätin Edlinger-Ploder förderte die ersten 700 Räder - völlig überteuerter Verkaufspreis 599 Euro - mit 400 Euro. Damit ließ man sich den Spaß einer medienwirksamen Präsentation satte 280.000 Euro Kosten. Außerdem: Ein qualitativ vergleichbares Marken-Fahrrad kostet 349 Euro." Kröpfl möchte von Edlinger-Ploder wissen, wie sich das Projekt entwickelt hat. "Sollte sich herausstellen, dass sie nur Steuergeld für einen billigen PR-Gag verschleudert hat, besteht erhöhter Erklärungsbedarf."
Realitätsfremd
Für Harald Scherz sind die Vorwürfe ein Blödsinn. "Wir stecken in der Anfangsphase und es laufen Gespräche, dass wir etwa die Rahmen für die Räder direkt von Unternehmen aus der Region beziehen. Aber natürlich kommen auch Teile aus Fernost - das geht nicht anders, sonst ist man in einem Jahr wirtschaftlich tot. Ich weiß nicht, wie realitätsfremd da agiert wird." Die angegebenen Summen seien so nicht richtig, man habe auch nie gesagt, dass es sich um ein rein steirisches Produkt handelt. "Es heißt ,handmade in Styria'", so Scherz, der derzeit acht Personen in der Fertigung hat und mit dem Aufbau der Produktionshalle beschäftigt ist. "Dort arbeiten übrigens ausschließlich steirische Firmen."
Schützenhilfe bekommt er vom Wörschacher Bürgermeister Franz Lemmerer, VP-LAbg. Odo Wöhry und ÖAAB-Hauptbezirksobmann Michael Pötler: "Einzigartig, wie die SPÖ in einer strukturschwachen Region ein Umwelt- und Gesundheitsprojekt schlecht macht, das Arbeitsplätze bringt", so der Tenor.
CHRISTIAN HUEMER
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