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Autofasten tut gut

Unter dem Motto "Heilsam in Bewegung kommen" gab es heuer wieder die von katholischer und evangelischer Kirche getragene Aktion "Autofasten". Das Ziel: Möglichst viele Autowege einzusparen und/ oder sie mit anderen Verkehrsmitteln, etwa dem Fahrrad, zu ersetzen.


Start AF-Aktion 2008
Start AF-Aktion 2008

Von Aschermittwoch (6. Februar) bis Karsamstag (22. März 2008) waren alle AutofahrerInnen aufgerufen, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und die Fastenzeit hindurch verstärkt zu Fuß zu gehen, Rad zu fahren, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen oder Fahrgemeinschaften zu bilden. 

"Die 40-tägige Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern ist ein guter Anlass, den persönlichen Lebensstil auch beim alltäglichen Umgang mit dem Auto zu hinterfragen", sagt Hemma Opis-Pieber, die Umweltbeauftragte der Diözese Graz-Seckau. "Autofasten" verbindet dieses bewusste Hinterfragen des eigenen Mobilitätsverhaltens mit dem Ausprobieren von Alternativen und einem aktiven Beitrag zu Klimaschutz und Feinstaubreduktion. „1200 Anmeldungen sind eingetroffen und versprechen einen neuen Rekord", freute sich Opis-Pieber beim Start am Aschermittwoch. Damit  stelle die Steiermark die Hälfte der österreichischen AutofasterInnen.

Auf die angemeldeten Teilnehmenden warten zahlreiche Gewinne wie „Fasten-Tickets" oder ermäßigte Zeitkarten der Verkehrsverbünde für die ganze Fastenzeit, Fahrräder, Rucksäcke, Bio-Esskörbe, ein Wellness-Wochenende und Thermeneintritte. 2007 haben österreichweit 3600 Personen mitgemacht - eigentlich ziemlich wenig für das günstige Angebot, körperliche Bewegung, Entschleunigung des Alltags, Begegnung und Gemeinschaft im Unterwegssein zu leben.


Plakat ARGE Schöpfungsverantwortung
Plakat ARGE Schöpfungsverantwortung

Autofreie Tage das ganze Jahr
"Klimaschutz durch selbstgewählte autofreie Tage -  das ganze Jahr" ist das Motto der ARGE Schöpfungsverantwortung, die die Idee des Autofastens aufgegriffen hat und diese zeitlich weiterspannen will. 

Startschuss der österreichweiten Informations- und Mitmachoffensive war am 20. Februar. Die Zielsetzung: "Durch die selbstständige Wahl zumindest eines autofreien Tages pro Woche wird ein geändertes Mobilitätsverhalten der TeilnehmerInnen eingeübt. Die wöchentliche Regelmäßigkeit der bewußten Reduktion von PKW-Fahrten läßt die Vorzüge sanfter Mobilität das ganze Jahr über spürbar werden. Nach außen hin wird die individuelle Entscheidung für den jeweiligen Wochentag durch einen Aufkleber an der Windschutzscheibe des Autos, am Fahrrad, etc. signalisiert, damit weitere Personen motiviert werden, sich an der Klimaschutzaktion zu beteiligen."

Haken an der an sich guten Sache: Es ist zu befürchten, dass nur wenige zum Mitmachen motiviert werden können, wie ja auch schon eine ähnliche "Autofrei"-Pickerlaktion des steirischen Umweltlandesrates Manfred Wegscheider gezeigt hat: Wegen Erfolglosigkeit lief sie Ende März aus.  

"Intelligenter Mensch fährt Rad"

Hier eine Zusammenstellung von Kommentaren, die von Autofasten-TeilnehmerInnen verfasst wurden, die mit dem Rad unterwegs waren oder auf dieses zeitweise oder dauerhaft umgestiegen sind:

„12 km hin zur Arbeit - 12 km zurück. Was zuerst einiges an Überwindung gekostet und an Organisation (Duschmöglichkeit, Wechselgewand) erfordert hat, ist zu einer "Notwendigkeit" geworden. Zwei Stunden am Tag in Auto, Bus und Bim sitzen zu müssen, erscheint nicht nur als Belastung der Erstarrung, sondern auch als verlorene Zeit, die man am Rad sinnvoller und angenehmer verbringen kann."

„Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Mensch läuft - intelligenter Mensch fährt Rad. Schließlich ist das Fahrrad die effizienteste Methode der Fortbewegung - (fast) ganz ohne störende Abgase. Ich versuche nicht nur in der Fastenzeit auf das Auto zu verzichten, sondern wenn möglich immer. Heuer scheint ein gutes Jahr zu werden. Viel Erfolg der Aktion - die man einfach unterstützen muss!!!"

„Ich besitze ein Auto, vor allem aber eine Vespa, welche die eigentliche Verlockung ist, da sich auch das Parkplatzproblem nicht stellt. Ich fahre jetzt aber schon den ganzen Winter mit dem Fahrrad, weil es schon genug Feinstaub gibt in Graz und möchte auch weiterhin am Weg in die Arbeit "Vespa-Fasten".

„Ich fahre täglich mit dem Rad in die Arbeit - eine Strecke 14 km. Das geht, so komme ich im Jahr auf 6500 km. Muss ja nicht bei allen so weit sein. Aber es ist möglich, macht flexibel, ist selbst bei dieser Distanz kein Zeitverlust (hab ich gemessen) und macht darüber hinaus meist Spaß und immer fit!!!

„Ich fahre zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter mit dem Rad zur Arbeit."

„Ich genieße besonders gut ausgebaute Radwege und freue mich auch, wenn das steirische und besonders das Grazer Radwegenetz weiter ausgebaut wird."

„Ich praktiziere dieses Fasten schon lange: mit Fahrrad bin ich meistens unterwegs. Ich treibe dadurch Sport (Bewegung), habe keinen Stress mit Parken und schone die Umwelt. Gibts was Besseres?"

„Mein Mann und ich haben zur Steigerung unserer Lebensqualität vor Weihnachten 2007 unser gemeinsames Auto verkauft. Ganz leicht ist uns diese Entscheidung nicht gefallen aber sie hat sich bezahlt gemacht und das nicht zuletzt auch in finanzieller Hinsicht. Vor allem aber genießen wir es, die alltäglichen Dinge mit dem Fahrrad zu erledigen, was in der Stadt wirklich fantastisch ist. Weitere Strecken fahren wir mit dem Zug was auch viel schöner als die Strasse ist. Und das Beste: Das Auto fehlt uns überhaupt nicht."

„Meistens fahr ich mit dem Rad zur Arbeit. Durch die Anregung der Aktion Autofasten versuch ich das meistens durch ein immer zu ersetzen und vor allem bei schlechten Wetterverhältnissen nicht aufs Auto sondern einfach auf bessere Kleidung zurückzugreifen."

(ARGUS)