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Steirerbike: Jetzt tritt man voll in die Pedale
"Kleine Zeitung" Ennstal vom 09.02.2008, Seiten 26, 27

Gestern wurde der Spatenstich für die Produktionshalle des Steirerbikes in Wörschach vorgenommen. Bis zu 1000 Fahrräder sollen dort ab Frühsommer jährlich das Werk verlassen.

    Es wird ziemlich rund gehen: Für die Herstellung des Steirerbikes errichtet man in Wörschach eine 570 Quadratmeter große Produktionshalle. Gestern ging der Spatenstich samt Politprominenz über die Bühne, und "Mr. Steirerbike" Harald Scherz erklärte noch einmal, wie alles begann. "Ich bekam eine Anfrage von Landesrätin Edlinger-Ploder, ob wir nicht steirische Räder haben. Nein, aber ich kann gerne eines bauen", war die scherzhafte Antwort, die mehr als nur eine Laune war.

   700 Steirerbikes als Trekkingversion wurden bereits gefertigt, mit der neuen Produktionsstätte erweitert man nicht nur die Stückzahl, sondern auch das Sortiment: Zusätzlich zu dem Trekkingbike gibt es in verschiedenen Preiskategorien künftig auch Mountain-, Cross-, Elektro- und Businessbikes. Letzteres ist neben diversen Extras sogar mit Tasche im Rahmen versehen.

   "Steirischer geht es nicht"

   "Die Räder werden allesamt zu 100 Prozent in der Steiermark designed und zusammengebaut. Es ist auch klar, dass die einzelnen Bauteile nicht hier aus der Steiermark kommen können. Wir sind mit mehreren steirischen Firmen als Zulieferer im Gespräch, aber noch werden solche Teile bei uns nicht gefertigt", so Scherz, der meint: "Ein steirischeres Rad gibt es derzeit nicht."

   Für Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder schließt Scherz mit seinem Projekt an die vor etwa 20 Jahre stillgelegte Puch-Fahrrad-Produktion an. "Endlich gibt es wieder jemanden, der sich in der Steiermark auf diesem Sektor betätigt." Und auch Sport-Landesrat Manfred Wegscheider ist von dem Erfolg überzeugt: "Wir als Sportressort stehen voll und ganz hinter dem Projekt."

   Die 17 Meter hohe Produktionshalle, die von der B 320 zu sehen sein wird, hat die Form einer Pyramide. Ausschließlich steirische Firmen sollen dort bauen, und bereits heuer im Frühsommer will man mit der Fertigung der Räder beginnen.

   Die Investitionssumme beträgt vorerst rund 400.000 Euro, etwa ein Dutzend Beschäftigte sollen in der ersten Ausbaustufe einen Job finden.

CHRISTIAN HUEMER



"Das war eine sehr gute Idee"
Die Wirtschaftsförderung von Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder für die ersten 700 Räder hat der SPÖ-Landtagsklub vor einigen Wochen heftig unter Beschuss genommen: "Wir wollen wissen, wie viel Geld wofür genau zur Verfügung gestellt wurde. Außerdem ist interessant, aus welchen Ländern die Bauteile des unter Umständen gar nicht mehr so steirischen Rades kommen", meinte SPÖ-Klubchef Walter Kröpfl in einer Aussendung. Edlinger-Ploder verwies auf einen absolut wasserdichten, nach EU-Recht ausgehandelten Fördervertrag als Anschubfinanzierung für das Projekt. Und selbst in der SPÖ dürften nicht alle Freudensprünge über den vom Landtagsklub geschlagenen Wirbel machen - ganz besonders, wenn er sich gegen Harald Scherz richtet. "Das Steirerbike ist eine sehr gute Idee und ich stehe da voll dahinter. Das wollte ich nicht zuletzt mit meiner Anwesenheit beim Spatenstich untermauern", so Sportlandesrat Manfred Wegscheider gestern, der Scherz als "guten und verlässlichen Partner des Sportressorts" schätzt.

   Auch SP-LAbg. Ewald Persch schlägt in diese Kerbe: "Wir können froh sein, dass wir solche Leute wie ihn haben." Er hoffe, dass die Fördergelder der langfristigen Absicherung von Jobs dienen.

   CHRISTIAN HUEMER