Glacis-Zinzendf
 
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Ordnungswache als Radlerschreck im Stadtpark

Die Grazer Radfahrer sind offenkundig die größten "Sünder", schloss die "Steirerkrone" aus der ersten Leistungsbilanz der Grazer Stadtwache: "Im Stadtpark belehrte die Ordnungswache 1500, im Augarten und im Volksgarten je 300 Pedalritter, weil die vorzugsweise nicht den Radweg benützen." An zweiter Stelle im Sündenregister folgen die Hundebesitzer.

Diese "Erfolgsbilanz" stößt vielen Radlern auf, was sie auch gegenüber ARGUS und dem Radverkehrskoordinator kundgetan haben - auch wenn bisher keine Strafen verhängt wurden. Aber Ordnungswache-Chef Andreas Köhler warnt: Wenn wir künftig Radfahrer erwischen, die öfter das Fahrverbot missachten, wird es auch Geldstrafen geben.

Hilfssheriffs parken in der FUZO
So zeigt sich beispielsweise DI Hubert Steiner verwundert über die Politik der Stadt bezüglich Radquerung des Stadtparks Zinzendorfgasse - Richtung Burgring: "Bisher nützen viele, viele Radfahrer diese Möglichkeit, den Weg von der Zinzendorfgasse Richtung Stadt abzukürzen, ich habe noch nie gesehen, dass sich auf diesem breiten Weg jemand rüpelhaft verhalten hätte, oder irgendwelche
Fußgänger negativ beeinflussen würde." Und: "Das kann nicht im Sinne einer
klimaschonenden, radfahrerfreundlichen Politik sein!"

Peter Javurek tritt für eine Legalisierung dieses Abschnitts ein, wie dies überigens auch von ARGUS zur Diskussion gestellt wurde: "Nach mehreren Begegnugen mit ungut agierenden und argumentierenden Organen der städtischen Ordnungswache: Euro 30.- im menschenleeren (!) Park sollten bezahlt werden, bin ich der Meinung, dass das in der Form absolut unnotwendig ist, auch kontraproduktiv im Sinne der Verkehrsberuhigung. Ich schaetze ruecksichtslose raser genausowenig aber es grenzt an sippenhaftung, wenn deswegen alle anderen bestraft wuerden. Die Straßen werden wegen der Autorowdys, die es leider gibt, ja auch nicht gesperrt."
(weiter im "Forum")

Ob man im reichen Betätigungsfeld der im Stadtpark zuhauf anzutreffenen wilden Parker ebenso erfolgreich ist (die Polizei ist ja dafür ebenfalls nicht zuständig, Anm.), wurde nicht berichtet. Einen bleibenden Eindruck haben die Ordnugnswächter jedenfalls bereits hinterlassen: In der Schmiedgasse, wo sie ihre Zentrale haben, parken nun in der FUZO nicht nur die Polizeiautos, sondern auch ein bis zwei Pkw der Ordnungswache.

ARGUS für klare Regeln
Dem Umstand, dass RadlerInnen sich das Recht, die Robert-Stolz-Promenade zu benutzen, durch jahrelange Duldung quasi ersessen haben, sollte nach Meinung der ARGUS Rechnung getragen werden. Schließlich wurden ja auch physische Hindernisse (Absperrbügel) im Bereich Glacis in der Vergangenheit entfernt, was für RadlerInnen den Eindruck erwecken konnte, dass dieser Abschneider geöffnet wurde.

Umso weniger Verständnis kann man nun dem Profilierungsversuch/ Leistungsnachweis der Ordnungswache gerade in diesem Bereich entgegen bringen. Eine Legalisierung des Befahrens dieses breiten Verbindungsweges Zentrum - Uni sollte - bei gleichzeitig klarer Tabuisierung der anderen Stadtparkwege - wäre durchaus sinnvoll und wird von ARGUS erneut aufs Tapet gebracht werden.