Sie befinden sich:  » Graz Radln  |  » Rad in Alltag und Freizeit  |  » Tourenberichte

Zwei Murmühlen, zwei Länder


Es war einmal...
Es war einmal...
Bildvergrößerung

Radlerdiskriminierung in Petanjci
Radlerdiskriminierung in Petanjci
Bildvergrößerung

Radeln ohne Grenzen ist seit dem Schengen-Beitritt Sloweniens seit Ende 2007 noch einfacher: Was liegt also näher, als der Mur nach Bad Radkersburg weiter flussabärts zu folgen und die älteste und einzige originale Murmühle in Verzej zu besuchen? Bindet man auf der Rückfahrt auch die Murecker Murmühle ein und nimmt erst ab Spielfeld die Bahn zurück nach Graz, wird es eine knapp 100 km Tour, die sich aber auch für RadlerInnen mit mäßiger Kondition machen lässt.

Verzej liegt ja nur 25 km flussabwärts von Bad Radkersburg, weil aber auf slowenischer Seite noch kein den Fluss begleitender Radweg existiert, ist man zu einigen Umwegen gezwungen. Eingewiesen hat uns der freundliche Herr Pauritsch, der für das Tourismusbüro Radkersburg Radtouren auch nach Slowenien führt. So vorbereitet und ausgerüstet mit der Externe Verknüpfung 
Radkarte Teil 4 der Region Bad Radkersburg und einer gewöhnlichen Straßenkarte starteten wir am Radkersburger Bahnhof über Laafeld (gleich nach dem Feuerwehrhaus rechts der "Sonnenaufgangstour" folgen, dann erspart man sich ein paar Straßen-km) nach Sicheldorf. Vorbei an den Grenzgebäuden, die wenige Wochen nachdem sie ihre Funktion verloren haben, wie seit Jahren verlassen ausschauen, biegen wir am Kreisverkehr Gederovci nach Süden und folgen der Radroute L 910. Bis Tisina ist die Strecke wenig attraktiv auf stärker von Kfz befahrenen Straßen bzw. diesen entlang auf schmalbrüstigen Radwegen.       


Babic-Mlin Verzej
Babic-Mlin Verzej
Bildvergrößerung

Vor der Mühle
Vor der Mühle
Bildvergrößerung

Ziehbrunnen
Ziehbrunnen
Bildvergrößerung

Herbe Schönheit: Die Babic-Mlin
Bis Satahovci geht´s dann gemütlicher durch einfache Dörfer, leider muss man dann im scharfen Haken nach Norden, um dann über Krog auf einer ziemlich stark frequentierten Straße bis über die Mur zu gelangen. (Ab Bakovci ist ein Hochwasserschutzdamm in Arbeit, auf dem dann auch ein Radweg errichtet werden soll.) 

Gleich nach der Brücke rechts hinein ein Stück flussaufwärts liegt die Mlin na Muri oder die Babic-Mlin. Das Ding ist nicht sehr spektakulär und die ältere Dame, die gerade Getreide schippte, war auch nciht sehr freundlich - für einen Euro lässt sie einen kurz ins Mühleninnere schauen -, Historie und Konstruktion nötigen einen aber doch Respekt ab: Im Gegensatz zur Replika in Mureck befindet sich die Mühle am Ufer und nur das Wasserrad schwimmt auf einem Boot, von wo aus ein Riemenantrieb für die Kraftübertragung sorgt. Pannonischer Mühlen-Typ heißt der ethnologische Terminus, entnimmt man dier kurzen Info an der Mühlenwand. Seit 1927 ist das Werkl in Betrieb, die abgebrannten Vorgängerbauten gab es schon wesentlich früher, das Flair eines lebenden Heimatmuseums umgibt die hölzenen Bauten. 


Im Scavnica Tal
Im Scavnica Tal
Bildvergrößerung

Murmühle Mureck
Murmühle Mureck
Bildvergrößerung

Durchs Scavnica-Tal mit Gebell und Bergwertung
Zurück in Richtung Österreich wählen wir die Route über das Scavnica (Stainz)-Tal, die sich auch für eine Fahrt ins südlichere gelegene Weingegend um Ljutomer und Jeruzalem anbietet. Zunächst geht es nach Osten über Stara vas, Bucecovci und Selsci, um dann vor Videm nach Norden Richtung Dragotinci zu schwenken. Bei Oktoslavci halten wir uns links - rechts kämen wir nach Bad Radkersburg zurück. Jetzt ist man in einem breiten Tal (etwa mit dem unteren Raabtal vergleichbar), man fährt auf schwach frequentierten Nebenstraßen ohne viele Hm dahin. 

Zumindest auf den ersten Blick wenig zu bieten hat die Gastronomie, Gelegenheiten zu Labung muss man suchen. Dafür sind Hunde allgegenwärtig, Kettenhunde, frei laufende Kläffer.

Sveti Ana lassen wir links liegen und nehmen über Nasova und Locavec Kurs auf Vratja vas, wobei das letzte Stück eine kleine Bergwertung bereit hält. Über die Brücke von Mureck sind wir wieder auf dem R2, bald nach dem Ortsbeginn links über das Bad treffen wir auf die andere Externe Verknüpfung 
Murmühle, der jüngeren Schwester, die 1997 vom Stapel gelaufen und zwischenzeitlich zwei Mal gesunken (und immer wiederhergestellt worden) ist.

Wenn man jetzt noch - nach Labung im Mühlenhof, versteht sich - die 15 km bis Spielfeld anhängt, um eine bessere Zugverbindung retour nach Graz zu bekommen, hat man knapp 100 km auf dem Tacho.      

WW 02/2008