Grazer Radfahrer Club
 
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Steirische Radsport-Tragödien
EXKURS


Die Brüder Anton und Hermann Frisch
Die Brüder Anton und Hermann Frisch
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Das Drama um die Frisch-Brüder
1962 trug die Österreich-Rundfahrt Trauer: In St. Anton am Arlberg liefen Zuschauer über die Straße, der 33-jährige Weststeirer Anton Frisch, ob seiner Erfolge im Querfeldein „Waldgigant" genannt, kam zu Sturz und erlag später im Spital seinen Kopfverletzungen.

Besondere Tragik: Antons älterer Bruder Hermann, steirischer Bergmeister der Jahre 1957 und 1961, hängte nach dem Unglück die Rennfahrerei an den Nagel, stieg nach Jahren dann doch als Senior - erfolgreich - wieder ein und war als Radsport-Funktionär aktiv. Im Juni 2001 stürzte er, keine 300 Meter von seinem Haus in Ligist entfernt, schwer und Er starb 29 Jahre nach seinem Bruder ebenfalls an einem Fronleichnamstag. Das nach Anton Frisch benannte Gedenkrennen in der Weststeiermark wurde 25 Mal ausgetragen - 2002 wurde es als „Frisch-Gedenkrennen" wiederbelebt.


Norbert Huber (l.)
Norbert Huber (l.)
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Gedenkstein für N. Huber
Gedenkstein für N. Huber
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Motorrad raste in Spitze der Steiermark-Rundfahrt
Ein furchtbarer Unfall ereignete sich am 14. September 1985 bei der letzten Etappe der Steiermark-Rundfahrt von Kirchbach nach Graz 10 km vor dem Ziel: Ein betrunkener Motorradfahrer - er hatte, wie sich später herausstellte, 1,7 Promille Alkohol im Blut - raste trotz Anhalteversuche der Gendarmerie auf der B67 Grazer Straße 5 km nördlich des Gratkorn-Tunnels mit rund 100 km/h in die Spitzengruppe.

Der Grazer Maschinenbau-Student Norbert Huber (23), der für den RWC St. Christophen fuhr und zwei Wochen davor mit dem 8. Platz bei der Straßen-WM in Giavera del Montello den größen Erfolg seiner Karriere gefeiert hatte, erlitt schwerste Verletzungen und starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Fünf weitere Radsportler wurden zum Teil schwer verletzt. Er wurde am Grazer Zentralfriedhof beigesetzt.

Der Fall erregte beträchtliches mediales Aufsehen. An der Unfalllstelle wurde ein Gedenkstein errichtet, das Grazer Altstadtkriterium 1986 wurde als "Norbert-Huber-Gedenkkriterium" ausgetragen. Der Unfalllenker ("Ich dachte, der erste Gendarm wollte mich grüßen") wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.


Gerhard Tobler
Gerhard Tobler
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15-Jähriger starb auf Alpentour-Trophy
Es passierte mit rund 60 km/h auf einer Wiesenabfahrt knapp vorm Ziel der ersten Etappe der Alpentour Trophy am 17. Juni 2005 in Oberaich: Der erst 15-jährige Gerhard Tobler aus Lobming stürzte in einer für die Fahrer schwer einsehbaren Mulde so schwer, dass er Tags darauf im Krankenhaus starb.

Gegen die Organisatoren wurden Vorwürfe laut: "Wahnsinn, so eine Passage kurz vorm Ziel einzubauen. Noch dazu ohne Beschilderung oder Warnposten. Unverständlich auch, dass weiter gefahren wird", klagte der MTB-Crack Heinz Verbnjak, der nach einem Sturz an der gleichen Stelle an der Schulter operiert werden musste. Außerdem war "der Teilnehmer wohl zu jung und unerfahren, um die Gefahren und körperlichen Anforderungen, die mit seinem Start verbunden waren, richtig einschätzen zu können", hieß es entschuldigend in einem Gedenk-Nachruf des Veranstalters. Tobler hatte bei der Anmeldung als Alter 17 Jahre angegeben, Dokumente musste er nicht vorlegen.


Andreas Matzbacher
Andreas Matzbacher

Tod bei Autounfall am Heiligen Abend
Ein bewegender Todesfall unter den steirischen Radrennfahrern traf den erst 25-jährigen Andreas Matzbacher: Er verunglückte am Heiligen Abend 2007 mit seinem Pkw auf der Schnellstraße bei Frohnleiten - am 7. Jänner hätte seinen 26. Geburtstag gefeiert. 

Matzbacher, der in Rein bei Graz wohnhaft und zuletzt als Profi beim Team Volksbank Vorarlberg gefahren war, war österreichischer U23-Straßenmeister 2003 und hatte im selben Jahr den 3. Platz bei der Slowenienrundfahrt belegt. 2004 siegte er beim GP von Judendorf-Straßengel und war auf der Österreich-Rundfahrt nahe am "Glockner-König", den er auf Geheiß seinem Teamkapitän Gerrit Glomser überlassen musste. Seine Erfolge würden noch kommen, bedankte sich Glomser damals bei "Matzi".