Radwege und -streifen sind in Australien so gut wie nicht existent. Die meiste Zeit ist ohnehin kein Verkehr. Doch wenn die Straßen voller sind, gilt für viele Autofahrer das ungeschriebene Gesetz des Stärkeren, und sie tendieren dazu, uns sehr knapp zu überholen. Was uns im Gegenzug dazu bewegt, auf unserm Recht zu beharren, dass uns die halbe linke Spur gehört - was den Verkehr blockiert, da jeder, der uns überholen will, eine freie rechte Spur braucht, um ausscheren zu koennen. Wie auch immer, es gibt Wunder, und plötzlich gibt es einen Radweg - meist entlang von Stränden und manchmal sogar in Städten. Eine perfekte kleine Straße für Radler, nur die Auf- und Abfahrten, wenn man Straßen zu queren hat, sind nur im Schleichgang zu bewältigen, da sie viel zu steil sind oder überhaupt ueber eine Gehsteigkante führen - und natürlich haben auch alle Autos im Querverkehr Vorrang. Kein einziger Radweg ist ausgeschildert, deshalb müssen wir ständig Leute fragen. Der Weg teilt sich in drei verschiedene Richtungen ohne irgendeine Beschilderung. Und natürlich ist jetzt wieder niemand hier, den man fragen könnte. Es ist zum aus der Haut fahren! Die Radwege (wenn man es schafft, sie nicht zu verlieren) "enden" oder "verlaufen sich" letztendlich normalerweise irgendwo in dichtem Verkehr, und wir finden uns in Gegenden, in die wir nie wollten, wieder oder haben durch die Zick-Zack-Irrfahrt komplett die Orientierung verloren. Die einzigen Strassen auf denen "Radwege" funktionieren, sind Autobahnen. Auf denen ist es (komisch aber wahr) erlaubt zu radeln. Auf allen Autobahnen der Welt gibt es Pannenstreifen. Hier sind sie als Radwege ausgeschildert und haben sogar aufgemalte Fahrräder am Asphalt. Perfekt! Und man kann sich auch nicht verfahren, denn die Richtung ist wirklich eindeutig :-) Aber dann hört die Autobahn auf und die Straße ist wieder schmal - natürlich gibt es jetzt auch keinen Pannen... äh... Radstreifen mehr - meistens nicht einmal eine ausreichend breite Schulter auf der man fahren könnte. Uns ist klar, warum hier niemand Fahrrad faehrt - nicht einmal um die Universitäten oder in den Innenstädten. |
Aktueller Kilometerstand laut "Logbuch der Enterprise": 26.700 km, 3600 in Australien. Hier der Bericht, den Philipp am 7. März geliefert hat: Durch den Nullarbor (eigentlich die gesamte Strecke von Perth bis Adelaide) nur Gegenwind. Sehr stark - ist fast zum verrückt werden. Im Nullarbor (wie der lat. Name schon sagt, die Gegend ohne Bäume, Anm.) teilweise bis über 200 km von einem Roadhouse zum naechsten (Trinkwasser!). Wegen des Gegenwindes fahren wir t.w. in der Nacht (starten im Dunkeln und fahren die ersten Stunden mit Stirnlampe), denn da ist der wind schwächer oder hört ganz auf. Unter Tag bis zu ueber 50 Grad! Die letzten paar hundert km = trockenes Farmland. Jeden Tag wolkenlos, kein Regen. Fahren jetzt weiter nach Melbourne, Sydney, Ostküste... Wir treten morgen wieder kräftig in die Pedale. es ist wirklich ungemütlich heiß - aber im Süden wird es jetzt hoffentlich bald besser... Weiter geht es nach Melbourne, wobei die "Sticky Flys", klebrige Fliegen, die sich in alle möglichen Körperöffnungen verkriechen, zum lästigen Problem werden. Großartige Landschaften und liebe Freunde, die die beiden zum Teil schon früher auf ihrer Reise getroffen haben entschädigen aber für vieles. Zu Ostern und nach gut zwei Monaten sind am fünften Kontinent 4.791 km abgespult und insgesamt 27.878 km zurückgelegt. (ARGUS) |






