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Wenn Beamte in die Pedale treten "Kleine Zeitung" vom 23.03.2008, Seiten 24, 25
| Landesrätin Edlinger-Ploder will die Dienstwege der Beamten auf Tram und Fahrrad umstellen. Die Garagenförderung soll in einen Zuschuss für Bus und Bahn umgewandelt werden.
Das Land setzt in Sachen Verkehr mehr und mehr auf Grün: In Graz sollen die Grünen Zonen ausgeweitet und teurer werden, Umweltlandesrat Manfred Wegscheider (SP) arbeitet an der österreichweit ersten Umweltzone für die Landeshauptstadt. Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (VP) startete ein Mobilitätsmanagement für sämtliche Bedienstete des Landes: Zug um Zug sollen sie bei Dienstwegen auf öffentliche Verkehrsmittel oder Fahräder umsteigen. Auch bei der Fahrt zur Arbeit und nach Hause.
Für die Abteilungen des Verkehrsressorts ist das Projekt bereits abgeschlossen. Fazit: Neun Diensträder (so genannte "Steirerbikes") und 15 übertragbare Jahreskarten der Grazer Verkehrsbetriebe wurden für 400 Mitarbeiter bereitgestellt. Als nächster Schritt sollen Dienstautos am Stadtrand geparkt werden.
"Die Einsparung für das Land ist beträchtlich", meint Edlinger-Ploder - auch und vor allem in der Bürokratie. Denn damit entfällt für die Beamten die Reiserechnung, die sie sonst nach jedem Dienstweg (für Fahrkarten oder Taxis) legen müssen.
Kleinere Haken müssen noch beseitigt werden: Zum Beispiel können Dienststellen in der Grazer Stempfergasse mit dem Rad legal nicht erreicht werden - radeln ist dort nicht erlaubt.
Zumindest für interne Unruhe werden aber weitere Pläne sorgen; sie betreffen die Fahrten zur Dienststelle und zum Wohnort. Derzeit noch fördert das Land den Pkw-Verkehr: So bekommt jeder Mitarbeiter, der mindestens fünf Kilometer vom Arbeitsort entfernt wohnt, einen monatlichen Zuschuss von zwölf Euro für die Miete eines Garagenplatzes. In ihren Abteilungen will Edlinger-Ploder die Garagenförderung künftig als Zuschuss für die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel einsetzen.
Das Projekt soll später - "gemeinsam mit der Personalvertretung" - auf alle Abteilungen des Landes ausgedehnt und auch den größeren Grazer Unternehmen angeboten werden; dies betrifft tausende Bedienstete allein auf Landesebene. "Es gehört zwar nicht zu meinen Aufgaben", erklärt die Landesrätin, "aber wir verstehen uns eben auch als Klimaschutzressort." Freilich wird damit auch der im Dezember gestarteten S-Bahn zugearbeitet.
MOBILITÄT
Laut einer internen Erhebung in den Abteilungen des Verkehrsressorts (400 Mitarbeiter) benützen derzeit für die Fahrt zum Dienst bzw. zum Wohnort 41 Prozent öffentliche Verkehrsmittel, 33 Prozent den Pkw und 16 Prozent das Fahrrad. Dieser Anteil sei im Vergleich zu anderen Grazer Betrieben hoch, aber noch steigerbar.
HANNES GAISCH
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