| Verkehrsstadträtin Lisa Rücker will Graz sattelfester machen, Lücken im Radtouren-Netz [Radrouten-Netz] schließen und den Stadtpark teils für Radfahrer öffnen.
Es war so etwas wie eine mentale Sternfahrt, die ausgewählte Grazer Pedalritter vor wenigen Tagen von Berufs wegen unternommen haben. Beim so genannten "Fahrradforum" tauschten Vertreter der städtischen Verkehrsplanung, von Rad-Lobbys, der "Forschungsgesellschaft Mobilität" und des Kuratoriums für Verkehrssicherheit Pläne für die Radstadt Graz aus. Als Schrittmacherin agierte Verkehrsstadträtin Lisa Rücker (Grüne) - nach dem Motto: Ich bremse auch für gute Ideen.
"Es geht nicht bloß darum, einzelne Lücken im Radtouren-Netz [Radrouten-Netz] zu schließen", hebt Rücker den Zeigefinger. "Ich will das Rad im Alltag verankern, 365 Tage im Jahr, auch im Winter."
Musik in den Ohren von Ben Hemmens. "Was sich Schwarz-Grün vorgenommen haben, stimmt viele von uns durchaus zuversichtlich", resümiert der Obmann der Radlobby Argus. "Ich glaube auch, dass Rücker den Vorteil hat, als grüne Verkehrsstadträtin über einen größeren Spielraum zu verfügen. Sie wird nicht ständig von einer Seiter torpediert werden."
Zumindest hat die neue Stadträtin Rücker die Startlinie bereits verlassen - mit einigen ganz konkreten Vorhaben in ihrem Gepäcksträger:
Räder für Zielgruppen: "In Graz brauchen wir nicht bei null anzufangen", verweist Rücker auf ihre Skepsis gegenüber dem Projekt "Citybike", das sie von ihrem Vorgänger Gerhard Rüsch geerbt hat. Dabei ist ja geplant, über die ganze Stadt verteilt Stationen für Leihräder einzurichten.
"Ich werde mich mit jenen, die dieses Projekt betreiben wollen, zusammensetzen", so Rücker. Doch grundsätzlich halt sie viel mehr von einem "an Zielgruppen orientierten Vorgehen". "Es könnte zum Beispiel das Projekt Studentenbike geben. Also Räder für Studenten, die in den Sommerferien repariert und dann Touristen zur Verfügung gestellt werden." Weitere Zielgruppen könnten Schüler und "ältere Grazerinnen und Grazer" sein. Radler im Stadtpark: Rücker will Radfahrern auch den Weg durch den Stadtpark ebnen. "Aber nur auf der umstrittenen Geraden zwischen Cafe Promenade und Zinzendorfgasse", betont sie. "Und es muss klar sein, dass nur Schritttempo erlaubt ist und Fußgänger natürlich Vorrang haben." Ordnungswache als Beifahrer: In diesem Zusammenhang betont die grüne Stadträtin auch, dass sie "Rowdys" auf zwei Rädern, die mit Vorliebe auf Gehsteigen unterwegs sind, ausbremsen will. "Und zwar in Zusammenarbeit mit der Ordnungswache."
Lückenschluss: Nicht zuletzt soll auch manche Lücke bei den Radrouten geschlossen werden. Vorrang haben dabei die Wege in Richtung St. Peter und jener zwischen Mariatrost und Fölling.
Freie Fahrt soll es schon bald auch für jene Pedalritter geben, die von Eggenberg kommend die Annenstraße zum Ziel haben. "Anstatt die Straße wechseln zu müssen, setzen wir bald eine eigene markierte Radspur um, die unter dem Tunnel [Unterführung] durchführt."
ZITAT:
"Ich will das Rad im Alltag verankern, auch im Winter. Gut, dass ich für die Wirtschaftsbetriebe zuständig bin."
Lisa Rücker, Verkehrsstadträtin
ZITAT:
"Nach wie vor fehlt eine Lösung für die Führung des Radverkehrs bei den neuen Schienen. Deren Abstand zum Bordstein ändert sich ständig."
Ben Hemmens, Radlobby Argus
MICHAEL SARIA
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