| "Schnelle Eingreiftruppe" | |
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Gemäß des Ziels „der Loslösung der Arbeiter aus dem Schlepptau des Bürgertums" werden 1897-99 zahlreiche Ortsgruppen des Steiermärkischen Arbeiterradfahrer-Verbandes gegründet. Ab 1910 kommen Ortsgruppen des 1899 gegründeten Verbandes der Arbeiter-Radfahrvereine Österreichs VARVÖ dazu, zum Teil mit klingenden Namen wie „Freiheit", „Wandervogel" oder „Frisch auf". Der VARVÖ hat in seinem Abzeichen neben Handschlag und Hammer sowie Rad eine Freiheitsgöttin mit Jakobinermütze als Zitat der französischen Revolution. Er wird 1927 in Arbeiter Radfahrerbund Österreichs ARBÖ umbenannt, 1932 in Arbeiter Rad- und Kraftfahrerbund Österreichs.
Bestimmte Gast- und Kaffeehäuser werden als Einkehrstellen empfohlen - etwa das Lokal List in Mürzzuschlag -, das in Wien gegründete Fahrradhaus „All frei" hat später, in der Zwischenkriegszeit, auch Filialen in Leoben und Knittelfeld. Die Vereine werden mit „Großfamilien" verglichen, eine zusammengeschweißte Gruppe, in der persönliche Verbindungen entstehen und sich so manche Ehe anbahnt. (ARBÖ 1984, 30) Ausfahrten folgen, wie bei den bürgerlichen Vereinen, genauen formalen Kriterien: „An der Spitze radelte der Fahrwart, und gleich dahinter kam der Bannerwart mit dem schweren Banner und einer prächtig bestickten Schärpe. Anschließend radelten die Frauen, und erst dann folgten die Männer. Das Schlusslicht bildete der Zeugwart, der eine große Luftpumpe mitführte. Immer wieder gab es Pneudefekte. Auch ein Mann mit dem Trinkhorn war mit von der Partie. Radfahren machte Durst. Eine besondere Aufgabe hatte der Trompeter zu erfüllen (...). Die Trompetensignale gingen ins Ohr, sie hatten verschiedene Bedeutung - beispielsweise dann, wenn man in der Kolonne aufschließen oder beim Wirtshaus absitzen sollte." Als Vereinsgruß der bürgerlichen Radfahrer war „All Heil!" üblich, was bereits Anfang der 80er-Jahre des 19. Jahrhunderts, also mit Entstehen der ersten Bicycle-Vereine, eingeführt wurde. Die Arbeiterradfahrer wählten, wohl um sich abzugrenzen, „All Frei!". Das Vereinsabzeichen ist rund, hat einen weiß emaillierten Rand mit dem Namenszug und in der Mitte ein rot emailliertes Wappen mit Handschlag und Hammer in Metall. Literatur/ Quellen: ARBÖ Gestern - heute - morgen, Wien (1984); ARBÖ - 80 Jahre ARBÖ-Ortsklub Zeltweg, (1993); 100 Jahre ARBÖ Voitsberg 1898-1998, f.d. Inhalt verantw. GR Ludwig Leth; Unser Jahr 100. Vom Verband der Arbeiter-Radfahrervereine Österreichs... zum Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs ARBÖ 1999, Wien. SCHACHERL, Michael: ARBÖ Gestern - heute - morgen, Wien (1984) Deutsch-österreichischer Radfahrer II/18/1890 |




