Die inzwischen auf vier Polizisten geschrumpfte Rad-Truppe dürfte aller Voraussicht nach erst nach der EURO zum Einsatz kommen: "Wenn es ihre Zeit erlaubt, werden sie schon vorher patrouillieren, ansonsten werden sie ab Juli wieder im Einsatz sein", stellte Kleinferchner in Aussicht. Im Vorjahr hatte Innenminister Günther Platter einen neuen Startschuss für den Testbetrieb gegeben: "Fahrradpolizisten sind wesentlich flexibler, sie verfügen über beste Mobilität." Vor allem auch in öffentlichen Parkanlagen und Naherholungsgebieten sollten sie künftig Präsenz zeigen, Graz sollte Testgemeinde werden. Neuer Startschuss deshalb, weil die - international in Städten durchaus üblichen Polizei-Radler - ja auch in Österreich nicht wirklich neu sind. Schon in den 1990er-Jahren gab es erste Anläufe, auch der Fuhrpark wurde angeschafft - und rostete meist in den Kellern der Wachzimmer vor sich hin. Angeblich gab es keine adäquate Bekleidung, auch die Frage der Unfallversicherung sei nicht geklärt, hieß es aus Polizeikreisen.
Den Vorwurf, dass das Engagement in diesem Bereich eher gering sei, wollte man in Graz nicht auf sich sitzen lassen. Im September 2006 wurde in Graz eine sechsköpfige Bike-Truppe präsentiert, ausstaffiert mit vom Bürgermeister gesponserten Leiberln. Nach drei Wochen verabschiedete man sich in den - mittlerweile eineinhalb Jahre dauernden - Winterschlaf. SPÖ und Medien unkten, es habe sich nur um einen Wahlkampfgag gehandelt, auch der Umstand, dass gleich beim ersten Einsatz die Verfolgung eines Dealers mit Gips für den Bikecop endete, verlieh der neuen Rad-Truppe nicht gerade Aufschwung. |



