Nicht viel freundlicher die Antwort, die der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) auf seine besorgte Anfrage erhielt, weil in absehbarer Zeit auch die zwischen Österreich und der Schweiz verkehrenden EuroCity-Züge (Basel -Zürich - Buchs - Innsbruck - Salzburg - Wien) auf Railjet-Kompositionen umgestellt werden: "Mehrzweckabteile, wie die ÖBB sie in Nahverkehrszügen u. a. zum Transport von Fahrrädern verwenden, sind in Fernverkehrszügen - und damit auch im railjet - nicht sinnvoll. Diese Abteile werden im Nahverkehr unter anderem von Passagieren im Rollstuhl oder mit Kinderwagen genutzt. Einem Fahrgast im Rollstuhl ist z. B. aber nicht zumutbar, dort über längere Zeit zu verweilen. Mehrzweckabteile im Fernverkehr würden also die meiste Zeit als ungenutzte Abteile geführt werden. Die Mitnahme von Fahrrädern im railjet ist aus mehreren Gründen nicht vorgesehen: Die Nachfrage beim Fahrrad-Transport ist saisonal und innerhalb der Saison auf wenige Zeitsegmente begrenzt. Außerdem ist das Ein- und Ausladen von Fahrrädern sehr zeitaufwändig. Sämtliche Fahr- und Haltezeiten müssten darauf ausgerichtet werden, was für die Kunden auf einer Strecke von Wien nach Bregenz selbst bei problemlosem und diszipliniertem Ein- und Ausladen von Fahrrädern umgerechnet mindestens 15 Minuten mehr Reisezeit bedeuten würde. Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen gedient zu haben und verbleiben Mit freundlichen Grüßen Ihr railjet team" Ab dem nächsten Fahrplanwechsel 2009 dürfte es überhaupt nicht mehr möglich sein, ein Fahrrad in einem Fernverkehrszug über den Arlberg mitzunehmen. Dazu ist ergänzend festzuhalten, dass für die zur Zeit verkehrenden EuroCity-Züge „Fahrradmitnahme begrenzt möglich" gilt und der Fahrradtransport in einem Gepäck-Abteil erfolgt, das mit Haken zum Aufhängen der Räder, ausgestattet ist. Wenig schlüssig ist die Begründung, wonach es sich bei der Fahrradmitnahme in Fernzügen einerseits um eine kaum genutzte Marginalie handelt, andereseits Riesen-Zeitverluste durch die Manipulation drohen. Dass es doch geht, zeigt gerade eben die Schweiz, wo die Mitnahme gegen Reservierung sehr wohl angeboten wird. Leider orientieren sich die ÖBB argumentativ an den DB mit ihren ICE (die ja auch auf österreichischen Strecken im Einsatz sind) und nicht an den SBB. Außerdem ist die Behauptung der Verzögerung anzuzweifeln, zumal es ja wohl nicht um touristische Reisegruppen, sondern um teurere Einzelmitnahmen geht. Doch es ist nicht nur der Umstand, dass das neue oberste Segment der Staatsbahnen den RadlerInnen verschlossen bleiben soll. Wie Forster sagte, werden die "Düsenflieger auf Schienen" auf der Südbahn ja bestehende IC und EC-Garnituren ersetzen (ohne schneller zu sein), d.h. das derzeitige Angebot an Fahrradmitnahme im Fernverkehr dürfte sich massiv verschlechteren. In der ersten Etappe 2008/09 gibt es eine Railjet-Verbindung von Budapest nach München (via Wien) und eine zwischen Wien-West und Budapest. Ab April 2009 werden weitere Züge auf der Relation Wien - München eingesetzt. Derweilen ist das IC-Angebot auf der Westbahn noch gut, sodass hier die Fahrradmitnahme noch nicht gefährdet scheint. |
Mit dem neuen Fahrplan wurden die Fahrradmitnahmemöglichkeiten von Graz nach Wien von täglich fünf auf drei reduziert. "Graz ist regelmäßig in Sachen Bahn + Rad von der Außenwelt abgeschnitten", formuliert es ARGUS Steiermark-Aktivistin Heidi Schmitt drastisch. So gibt es nach Venedig nur im Sommer einen Zug mit Fahrradmitnahme. Im Nachtzug von und nach Zürich ist keine Fahrradmitnahme möglich - dafür aber von Graz bis Feldkirch Autos und Motorräder (Autoreisezug). Ein weiteres Problem ist die "Dauerbaustelle" zwischen Selzthal und Bischofshofen, die mit großer Regelmäßigkeit im Sommer stattfindet. Durch den Schienenersatzverkehr ist keine Fahrradmitnahme möglich, was öfters auch auf die Strecke nach Linz zutrifft. Hier wäre es wohl ein erwartbares Service gegenüber den radfahrenden KundInnen, zumindest bei absehbaren längeren Ersatzverkehren auch eine Fahrradmitnahme zu organisieren. Von den ÖBB wurde zwar in einer ausführlichen Stellungnahme reagiert und Mitnahmeausbau und tarifliche Attraktivierung in Nah- und Fernverkehr versichert, auf die konkret angesprochenen Probleme und Lösungsvorschläge wurde aber nicht eingegangen. In Aussicht gestellt wurde für die Steiermark die Übernahme eines neuen Tarifs ("Einfach raus"-Ticket), der aber auf den regionalen Ausflugsverkehr in Gruppen am Wochenende zugeschnitten ist. (ARGUS) |



