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Blauer Polizeioffizier rammte Radler - verurteilt

Ein Polizei-Offizier hat im Mai betrunken einen Radfahrer touchiert und schwer verletzt. Nun fasste er vor Gericht eine saftige Strafe aus: Neun Monate Haft, davon sechs bedingt.

Der Unfall ereignete sich am 21.05. im Ortsgebiet von Unterpremstätten. Der stv. Leiter der Verkehrsabteilung des Landespolizeikommandos fuhr gegen 22.00 Uhr mit seinem Pkw auf der Landesstraße 303 von Pirka kommend Richtung Süden, als er einen Radfahrer übersah. Er erfasste den 48-jährigen Manfred L., einen Bediensteten der Grazer Verkehrsbetriebe, und schleuderte ihn zu Boden.

Der Radfahrer wurde dabei schwer verletzt: Er musste mit Rippenbrüchen, Beckenbruch und einem Schädel-Hirn-Traume ins Krankenhaus und wurde vorübergehend in künstlichen Tiefschlaf versetzt. Ob das Unfallopfer ohne Licht unterwegs gewesen war, konnte - auch später vor Gericht - nicht geklärt werden, spielte aber wegen der allgemein guten Ausleuchtung am Unfallsort keine Rolle.

Der Unfalllenker wurde von den einschreitenden Beamten zum Alko-Vortest gebeten. Dieser ergab  1,64 Promille. Als die Polizisten den Offizier dann zum eigentlichen Test aufforderten, verweigerte Offizier, was ja bekanntlich dem Eingeständnis einer Alkoholisierung gleichkommt. Nach dem Unfall hatte Landespolizeikommandant Peter Klöbl umgehend die Suspendierung des Kollegen bekanntgegeben.

Vor Gericht zeigte sich der ranghohe beamte wenig einsichtig. Er redete sich auf einen Sturztrunk im Schock aus - Obstler, den er nach dem Unfall aus einer angeblich im Auto mitgeführten Flasche genommen haben wollte -, doch das kaufte ihm niemand ab. So wurde der Unfallslenker am 02.12. am Straflandesgericht Graz wegen fahrlässiger schwerer Körpferverletzung zu neuen Monaten Haft - sechs davon unbedingt - verurteilt. Er meldete Berufung an.

(ARGUS)