Grazer Trainingsschule 1897
 
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Johanns Draisine
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Johanns Draisine ...
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 ...besticht durch Eleganz
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Seeschlangen-Kopf
Seeschlangen-Kopf
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Bei der Laufmaschine aus dem Besitz von Erzherzog Johann (1782-1859) handelt es sich um das interssanteste in Österreich erhalten gebliebene Modell eines Fahrrad-Vorläufers, gefertigt um 1820 mit großer Wahrscheinlichkeit von der Wiener Firma Burg. Die "K.K. Hofackerwerkzeug- und Maschinenfabrik Anton Burg und Sohn" hatte 1818 nach Vorbild der von Externe Verknüpfung Karl Friedrich (Freiherr) Drais (von Sauerbronn) konzipierten Laufmaschine die Produktion dieser ersten, ohne tierische Kraft auskommenden Landfahrzeuge aufgenommen.

Der Fahrradhistoriker Walter Ulreich, der das Objekt aufgrund verschiedener Merkmale bezüglich seiner Herkunft eindeutig zugeordnet hat, sieht in ihm "die einzige komplett erhaltene und originale für Erwachsene gebaute Draisine, die von Anton Burg und Sohn bekannt ist". Das Objekt besticht durch sorgfältige Verarbeitung und einen gelb-grün lackierten hölzernen Rahmen, der als Seeschlange ausgeformt ist und vor allem mit dem Schlangenkopf als "Gallionsfigur" beeindruckt. Nur die vorderen Spangen (Gabel), die Griffstange sowie die Beschläge (Reifen) der Speichenräder sind aus Eisen. Sattel und Armstütze (Balancierbrett) sind gepolstert und mit Leder überzogen.

Wie auf der Inventarkarte beschrieben, soll die Anfertigung wahrscheinlich nach Maß, d.h. nach Angaben des Erzherzogs erfolgt sein. Es ist allerdings sehr unwahrscheinlich, dass der "Steirische Prinz" das Vehikel jemals in der Steiermark gefahren ist. Sicher hingegen ist, dass die Edel-Laufmaschine durch eine Schenkung des Fürsten Johann von und zu Liechtenstein 1911 in den Besitz des Joanneums gekommen ist.

Sie stammt von Schloss Thernberg (NÖ), das 1807-1828 im Besitz des Erzherzogs war. Dass sie - wenn überhaupt - nur dort gefahren wurde, erscheint plausibel, zumal diese (Sport-)Geräte einerseits wegen ihrer kostspieligen Anschaffung und andererseits infolge der allgemein schlechten Straßenbeschaffenheit vornehmlich in Parks von Vertretern des Adels (und des begüterten Bürgertums) gefahren wurden.



Sattel, Bauch- und Armstütze
Sattel, Bauch- und Armstütze
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Schlangenschwanz
Schlangenschwanz
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Literatur:
Laufmaschine, Landesmuseum Joanneum, Kulturhistorische Sammlung, Inventar Nr. 13296
KLINGENSTEIN, Grete (Hg.): Erzherzog Johann von Österreich. Landesausstellung 1982, Katalog.
ULREICH, Walter: Rad - Gestern, Heute, Morgen. Internationale Fahrradausstellung vom 5. Juni bis 26. September 1994, Schloss Schwarzenau im Waldviertel (Katalog).
Ders., Zur Geschichte des Laufrades in Österreich, in: Fahrrad = Weg/Zeit, Eine Sonderausstellung des Technischen Museums Wien, 21. März - 30. Juni 1990, Wien 1990.


WW