EXTRA
Karl Friedrich (Freiherr) Drais (von Sauerbronn) konzipierten Laufmaschine die Produktion dieser ersten, ohne tierische Kraft auskommenden Landfahrzeuge aufgenommen. Der Fahrradhistoriker Walter Ulreich, der das Objekt aufgrund verschiedener Merkmale bezüglich seiner Herkunft eindeutig zugeordnet hat, sieht in ihm "die einzige komplett erhaltene und originale für Erwachsene gebaute Draisine, die von Anton Burg und Sohn bekannt ist". Das Objekt besticht durch sorgfältige Verarbeitung und einen gelb-grün lackierten hölzernen Rahmen, der als Seeschlange ausgeformt ist und vor allem mit dem Schlangenkopf als "Gallionsfigur" beeindruckt. Nur die vorderen Spangen (Gabel), die Griffstange sowie die Beschläge (Reifen) der Speichenräder sind aus Eisen. Sattel und Armstütze (Balancierbrett) sind gepolstert und mit Leder überzogen. Wie auf der Inventarkarte beschrieben, soll die Anfertigung wahrscheinlich nach Maß, d.h. nach Angaben des Erzherzogs erfolgt sein. Es ist allerdings sehr unwahrscheinlich, dass der "Steirische Prinz" das Vehikel jemals in der Steiermark gefahren ist. Sicher hingegen ist, dass die Edel-Laufmaschine durch eine Schenkung des Fürsten Johann von und zu Liechtenstein 1911 in den Besitz des Joanneums gekommen ist. Sie stammt von Schloss Thernberg (NÖ), das 1807-1828 im Besitz des Erzherzogs war. Dass sie - wenn überhaupt - nur dort gefahren wurde, erscheint plausibel, zumal diese (Sport-)Geräte einerseits wegen ihrer kostspieligen Anschaffung und andererseits infolge der allgemein schlechten Straßenbeschaffenheit vornehmlich in Parks von Vertretern des Adels (und des begüterten Bürgertums) gefahren wurden. |
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