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Offizielles Radwegenetz im Wald scheitert oft am Geld
"Kleine Zeitung" vom 18.08.1998

Die Bundesforste haben einige ihrer Straßen für Radfahrer geöffnet. Die Tourismusverbände können die Kosten dafür aber nicht tragen.

In der heißen Zeit des Jahres haben nicht nur Seen und Freibäder Hochsaison, auch der kühlere Wald zieht Freizeithungrige und Sportler magisch an. Vor allem Mountainbiker wissen einen hügeligen "Ritt" sehr zu schätzen.

Von den Bundesforsten wurden daher österreichweit 1300 Kilometer an Wald- und Forstwegen freigegeben, die in Zukunft auch Pedalrittern offenstehen. Pro Kilometer verlangen die Bundesforste jedoch rund 4500 Schilling pro Jahr, die von den örtlichen Tourismusverbänden aufgebracht werden müßten. "Diese Summe ist nur ein Richtpreis und dient dazu, daß die Wege saubergehalten und gepflegt werden", erklärt Bezirksjägermeister Alfred Stadler. Im Bezirk Liezen scheitert dieses Angebot der Bundesforste aber oft an den Leeren Kassen der Touristiker: "Abgesehen von einigen wenigen Strecken, die mit dem Ennstal- Radweg verbunden sind, wurde diese Aktion nicht genützt", so Stadler.

"Die Preise für diese Forststraßen waren uns eindeutig zu hoch", erinnert sich Andreas Wiener, Tourismus-Geschäftsführer von Donnersbachwald, an die Preisverhandlungen zurück. "Das Interesse von seiten der Mountainbiker ist allerdings durchaus vorhanden, das sieht man nicht zuletzt an den vielen Schwarzfahrern, die unterwegs sind." Die Preispolitik kann er nicht ganz nachvollziehen: "Für die Instandhaltung der Wege sorgen ohnehin oftmals private Besitzer, und auch ohne die 4500 Schilling müssen die Bundesforste ihre Wege in Ordnung halten."

Bei der 320 Kilometer langen Mountainbikestrecke "Alpentour Steiermark" hat man sich hingegen entschlossen, die Preise der Bundesforste weitgehend zu akzeptieren. "Es sind schon Spitzenbeträge, die wir beispielsweise auf der Viehbergalm, dem Herzstück der Alpentour, zahlen. Pro Laufmeter werden 4,30 Schilling verrechnet, der Kilometer kostet also 4300 Schilling pro Jahr", stellt Georg Bliem, Tourismuschef der Dachstein-Tauern-Region, fest. Die Kosten der "Alpentour" werden allerdings aus dem Arbeitsgemeinschafts-Topf, der von den Regional- und Tourismusverbänden gespeist wird, wieder rückfinanziert. "Ich habe volles Verständnis dafür, wenn sich das ein Tourismusverband nicht leisten kann. Selbst die Dachstein- Tauern-Region wäre nicht in der Lage gewesen, diese Art Pacht zu bezahlen, wenn wir nicht die Finanzierungsmöglichkeit über den ARGE- Topf hätten", erklärt Bliem.

CHRISTIAN HUEMER