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Sicher ist sicher? - Vorrang weg in Eggenberg
| In Etappen erfolgt ist die Umwandlung des Vorrangs in zweimal Nachrang an der Kreuzung der Alten-Poststraße - Köflachergasse - aus Sicherheitsgründen, wie man versicherte. ARGUS kritisierte die Maßnahme, fand aber bei Vizebürgermeisterin Lisa Rücker keine Unterstützung.
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Abzweiger Köflachergasse
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Problemkreuzung von oben
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Blickdichte FH-Mauer: Vorrang wurde inzwischen wegverordnet
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| Das Grundproblem ist die bauliche Lösung des Landes-Projektes: Wegen der Platzvorgaben durch das heute nicht mehr betriebene Schleppbahngleis reichte es zwischen der 2006 eröffneten GKB-Unterführung und dem roten FH-Gebäude zu einem "Halbkreisverkehr". Diese Anlage, die für den auf der Alten-Poststraße Richtung Norden fahrenden Kfz-Verkehr nach der GKB-Unterführung eine lange Kurve nach Osten in die Köflachergasse und eben den Halbkreis zurück in die A.-Poststraße bzw. Eckertstraße mit sich bringt, hat mit der gleichzeitigen Entscheidung, einen Zweirichtungsradweg an der Ostseite zu führen, zwei rechtwinkelige Querungen der beschriebenen Kfz-Ströme für RadlerInnen und FußgängerInnen gebracht. Dass beide Querungen vor allem aufgrund von schlechten Sichtbeziehungen (Geländer der Unterführung bzw. Mauer vor FH) problematisch sind, war von Anfang an klar. Dennoch entschied man sich für Radfahrüberfahrten, die RadlerInnen mit max. 10 km/h den Vorrang einräumen.
Mittlerweile wuchs aber der Unmut über die hatscherte Lösung, acht Unfälle seit Eröffnung signalisierten Handlungsbedarf. In der "Woche" vom 10.09. (S. 25) rückten nun Bezirksvorsteher-Stellvertreter Peter Haas und Gemeinderat Wilhelm Kolar (SPÖ) aus, um gegen die "fragwürdige Hürde" zu wettern und eine "Entschärfung" zu fordern. Auch wenn es ihnen nicht explizit um die RadlerInnen ging, hatte Heinz Temmer vom Straßenamt gleich eine probate Lösung zur Hand: "Es wird an dieser Stelle der Vorrang für Radfahrer aufgehoben".
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Am Problem vorbei
| Tatsächlich wurde diese Ankündigung in Etappen Anfang September und Anfang November umgesetzt: Vorerst wurde bei der FH-Mauer Richtung Süden der Radweg per Tafel und Markierung "Ende" aufgehoben - alles andere blieb gleich. So gab es für knapp zwei Monate die besondere, aber rechtlich nicht haltbare Lösung, dass RadlerInnen auf ein- und derselben Querung einmal Vor- (Richtung Norden) und einmal Nachrang (Richtung Süden) hatten.
Anfang November wurde nun auch der Rest an Tafeln und Markierungen angebracht, sodass nun bei beiden Querungen von beiden Seiten Nachrang für die RadlerInnen herrscht. Diese "Lösung" ist aber aus ARGUS-Sicht bestenfalls Symptombekämpfung für eine bauliche schlecht gelöste Situation. Bestenfalls deshalb, weil von den acht Unfällen seit Eröffnung kein einziger (!!) mit Radlerbeteiligung war, es sich hingegen vermutlich bei den meisten um Auffahrunfälle, mglw. auch in Zusammenhang mit querenden Fußgängern/ Radfahrern, gehandelt hat. Zumal es die querenden RadlerInnen und die FußgängerInnen (mit Schutzweg-Bevorrangung) ja weiterhin gibt, ist davon auszugehen, dass ein präventiver Effekt so wohl kaum zu erzielen sein wird.
Man "bestraft" VerkehrsteilnehmerInnen, die für die Planung und die bis zu einem gewissen Grad daraus abzuleitenden Unfälle nichts können. Die RadlerInnen, die - wie Beobachtungen zeigten- schon bisher die heiklen Seiten der beiden Querungen defensiv in Angriff genommen haben, müssen nun auch bei den korrespondierenden, gut einsehbaren Seiten (davon einmal leicht bergauf) anhalten. Ob sich daraus ein Mehr an Sicherheit für die "schwächeren" VerkehrsteilnehmerInnen ergibt, sei dahin gestellt - sicher ist nur, dass nun, wenn was passiert, der/ die RadlerIn schuld ist und dass man nun bei dichtem Kfz-Verkehrsfluss mitunter besser bedient ist, wenn man absteigt und den bevorrangten Schutzweg benutzt.
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Radweg-Ende hinter FH-Mauer
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Zweiter Streich
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Alternativen nicht gefragt
| In dem Schreiben an Vzbgm. Rücker hat ARGUS genau diese Fragen gestellt und darauf hingewiesen, dass man sich sehr wohl der auch für RadlerInnen heikle Situation, hervorgerufen vor allem durch die schlechten Sichtbeziehungen, bewusst sei. Sofort nach Inbetriebnahme sei man an den Radverkehrsbeauftragten Helmut Spinka mit dem von ihm positiv beurteilten Vorschlag herangetreten, die Geländerfelder (Querverstrebungen) nächst dem Schutzweg/ der Radfahrerüberfahrt bei der Unterführung "auszuräumen", um den Kfz-Lenkern den Blickkontakt mit den parallel erhöht fahrenden RadlerInnen früher zu ermöglichen (siehe "plus/minus"). Dies wurde bis dato aufgrund unklarer Zuständigkeiten zwischen Stadt und Land nicht realisiert.
Leider nicht zum Tragen kamen andere kurz- bis mittelfristige Maßnahmen, die wesentlich mehr Sicherheitsgewinn versprochen hätten:
- tempodämpfende Maßnahmen für den aus der Unterführung kommenden Kfz-Verkehr (T 30)
- rote Markierung der Radfahrüberfahrten, an der Querung nahe der Unterführung eventuell Verlegung der Radfahrüberfahrt hinter den Schutzweg
- Abtragen bzw. transparente Gestaltung der FH-Mauer, um die Sicht Beziehung auf von Norden nach Süden fahrenden RadlerInnen zu verbessern (diese ist auch für den auf der A.-Post-Straße weiter nach Norden fahrenden Schwerverkehr ein Problem), Beseitigung des "blickdichten" Geländers nach der Unterführung
Längerfristig wäre auch ein Totalumbau der Kreuzung ins Auge zu fassen, u. U. sogar wieder in eine klassische rechtwinkelige Kreuzung mit Ampelregelung. Aber das ist Aufgabe der planenden und politischen Verantwortlichen.
Möglichkeiten gäbe es wohl einige. Leider wurden diese mit ARGUS oder in öffentlichen Gremien nie erörtert. Dem Radverkehrsbeauftragten - er befand sich zum Zeitpunkt der Ortsverhandlung im Mai auf Dienstreise, hatte aber gegen den "Nachrang" plädiert - zeigte man ebenso die kalte Schulter. So wird man das Gefühl nicht los, dass das Amt in Anbetracht wachsenden Drucks an der Kreuzungslösung an sich die RadlerInnen als praktisches Opfer dafür auserkoren hat, um Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Bedauerlich jedenfalls, dass auch die Verkehrsreferentin nicht die Notbremse gezogen hat. Es sei alles schon gegessen und verordnet und auch "argumentierbar", so Vizebürgermeisterin Rücker. Eingeräumt wurde von ihr immerhin, dass eine bessere Einbindung aller Betroffenen wünschenswert sei. Damit meinte sie nicht nur die RadlerInnenvertretung, sondern offenbar auch sich selbst.
Nicht, dass man eine einzelne Vorrang-Änderung als Messlatte für das Gelingen einer neuen grünen Radverkehrspolitik gelten sollte. Aber, wie Rückers Mobilitätsreferentin Brigitte Schlick in einer Antwort auf den ARGUS-Protest völlig richtig bemerkte: "Die Optik ist eine schlechte: Wir engagieren uns für Verbesserungen im Radverkehr und es folgt eine Benachrangung für RadlerInnen."
Beiträge "Forum"
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Was ist "sicher"?
| Die Eggenberger Lösung schließt sich an eine Reihe anderer Benachrangungen von RadlerInnen an, für die in erster Linie die Arbeitsgruppe Verkehrssicherheit, in der Straßenamt, Kuratorium für Verkehrssicherheit und Polizei sitzen, verantwortlich ist. Peter Felber, Landesstellenleiter des KfV, hatte schon im Herbst 2007 im Radforum, zu dem ARGUS eingeladen wird, kundgetan, dass aus seiner Sicht alle rechtwinkelig den Kfz-Verkehrsfluss querenden Radfahrerüberfahrten entfernt und die RadlerInnen Nachrang bekommen sollen. Eine Sichtweise, die anderswo nicht geteilt wird, wie das Beispiel Salzburg zeigt.
Schon in der Vergangenheit sind einige solcher Querungskonflikte zum Nachteil der RadlerInnen gelöst worden, etwa in der Körösistraße (Höhe GAK-Tennisanlage) und der Jahngasse bei der Einfahrt von der Parkstraße (Landesturnhalle). Ein neuerer Fall ist die Unterführung Friedhofsgasse, wo die RadlerInnen, obwohl sie sich ganz offensichtlich auf der höherrangigen Verkehrsader befinden, an der westlichen Verknüpfung mit der Fahrbahn Nachrang bekommen haben. Dass man ihnen hier ebenfalls keine Radfahrüberfahrt gegönnt hat, fällt aufgrund der geringen Kfz-Frequenz kaum ins Gewicht, dokumentiert aber die seltsame Haltung der Sicherheitsexperten nach dem Motto: "Im Zweifelsfall Nachrang für die Radler".
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