Packesel belebten die Annenstraße
Mit "Packeselparade" und Anhängertest zeigte ARGUS am Europaweiten Autofreien Tag (22.09.) in der Annenstraße, was im Fahrrad als Transportalternative steckt. Außerdem wurden die Ergebnisse des Fotobewerbs "Radtransportlösungen im Straßenraum" gezeigt.
Das Unterfangen, an einem Montag größere Massen zu mobilisieren, ist nicht einfach. Umweltreferentin Lisa Rücker setzte die Sperre der Annenstraße für den Kfz-Verkehr durch - ein Vorgeschmack darauf, wie die Annentraße - anno dazumal Prachteinkaufsstraße - nach Schienenumbau und Kfz-Rückbau ausschauen könnte: Geplant ist ja eine Einbahn stadteinwärts mit wenigen Ladezonen-Parkplätzen, stadtauswärts breiterer Fußgängerbereich und Zweirichtungsradweg.
Im unteren Bereich der Annenstraße spielte das Thema Fahrrad. Bicycle mit einem Reparaturstand und die Polizei mit der Codierung waren die Frequenzbringer, daneben zeige die Fahrradküche einige ihrer Kreationen und "Rebikel" eine Auswahl wiederaufbereiteter Alträder. Mit Unterstützung von Bicycle konzentrierte sich ARGUS - auch schon im Vorgriff auf den Landesschwerpunkt ´09 "Mit dem Fahrrad zum Einkaufen" auf das Thema Transport: Es gab diverse Kinder-, Hunde- und Lastenanhänger zu testen, in einer kleinen Ausstellung wurden die Einsendungen des Fotobewerbs "Fahrradtransportlösungen im Straßenraum" gezeigt. Am Nachmittag gipfelte das Thema in einer "Packeselparade", an der rund 30 Gespanne und Lastenräder bzw. deren LenkerInnen mitmachen.
An die Tradition der Sternfahrten knüpften die Grünen an: Aus verschiedenen Stadtteilen wurden RadlerInnengruppen in grünem Outfit in die Annenstraße dirigiert. Auch der Regen zwischendurch tat dem fröhlichen Treiben keinen Abbruch.
Medial wurde dem Autofreien Tag, der immer wieder als Alibi-Veransstaltung gehandelt wird, wenig Aufmerksamkeit zuteil - eher schon der angebliche Stau in den Straßen der Umgebung und allgemein der Umstand, dass die europaweweite Aktion bei uns nur wenige zum Mitmachen animiert. Positiv der Bericht auf der Homepage der Stadt zum Programm:
"Darunter waren eine `Aktion Radfahren´ mit Fahrradcodierungen, einem Radlcheck, einem Altradverkauf und einer sehenswerten Packeselparade, mit der die Radlobby Argus bewies, wie sich auch größere Lasten mit dem `Drahtesel´ transportieren lassen." In "Radio Graz" gab es zum Thema "Einkaufen und Transport mit dem Rad" ein
Interview mit ARGUS Stmk.-Obfrau Heidi Schmitt.
"Packeselparade"
Leider fiel das Soundmobil aus und auch das Megaphon leistete eher schwache Dienste, um die Parade in die Gänge zu bekommen. Aber es klappte, und zwar besser und mit mehr und bunteren TeilnehmerInnen und ihren - teils sehr schrägen - Gefährten, als gedacht. Stark vertreten werden die FreundInnen aus der "Fahrradküche" sowie von "Rebikel". So starteten kurz nach 15.00 Uhr rund 30 Lastenräder und Gespanne unter Geleitschutz von zwei Bike-Cops am unteren Ende der Annenstraße, um klingelnd und huppend vorbei an Passanten und Aktivien, Geschäftstreibenden und Politikern zu paradieren.
1 km hinauf und einen hinunter - es war nur ein kleiner Kurs, der gemeinsam bewältigt wurde. Vom Timing her war es perfekt: Es ging sich gerade noch die Verlosung und die Prämierung des originellsten Anhängers aus, ehe es ordentlich zu regnen anfing.
Die PreisträgerInnen
Teilnahmeberechtigt waren alle, die ein Gespann (Rad+Anhänger) oder ein Lastenfahrrad an den Start brachten, wobei die Regeln nicht ganz so streng ausgelegt waren und auch eine schön gestaltete Bananenschachtel am Gepäcksträger Ausweis für den Transportwillen genug war. Unter allen regulären
TeilnehmerInnen (ARGUS-Aktive waren "außer Konkurrenz" dabei) wurden drei Preise von einer kleinen Glücksfee gezogen. Überreicht wurden die Bicycle-Gutscheine im Wert von 400, 200 und 100 Euro von Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder, von der die Preise auch gestiftet wurden. Die GewinnerInnen:
1. Birte Böer (Croozer Kinderanhänger)
2. Richard Bergmann (kleiner Transportanhänger unbek. Fabrikats)
3. Ingrid Schindler (Roland Lastenanhänger)
Zum originellsten Anhänger kürte eine Jury einen "fahrenden Kleiderständer", pilotiert von Valentina Sbaschnik. Gebaut in der Fahrradküche, ist dieser für den "Kost nix"-Laden im Einsatz. Die kreative Leistung dahinter wurde mit einem Sonderpreis - einem aus Fahrradteilen von "Bicycle" gefertigten und gewidmenten Pokals - bedacht.
Liste der TeilnehmerInnen und ihrer Gefährte