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CM15 mit Kunst und Tallbike-Jousting

Ein attraktives Rahmenprogramm bot die 15. Auflage der Grazer Critical Mass am letzten Oktober-Tag: Vor dem Start Kunst, nach der Fahrt durch die dichten abendliche Blechansammlung ein nächtliches Tallbike Jousting im Augarten.   


"herbst" Car-Fahrräder
"herbst" Car-Fahrräder
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Einradfahrer in Front
Einradfahrer in Front
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Tankstellen-Runde
Tankstellen-Runde
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Es dämmerte bereits, als sich am letzten Oktobertag - wie üblich um halb Fünf - zirka 25 RadlerInnen am Südtiroler Platz trafen. Die beiden im Rahmen des "steirischen herbst" vom Berliner Künstler Martin Kaltwasser aus einem Auto gebauten Fahrräder (Projekt "F...") standen vor dem Start zu Probefahrten bereit. 

Diesmal gesellte sich auch ein Quartett von Einradlern zu der Stadtrundfahrt, die ganz im Dunklen stattfand. Im Wesentlichen bewegte sich die Gruppe auf radwegfreien, insgesamt an diesem Abend (vor dem Allerheiligen-Feiertag) dicht von Blech zugestauten Straßen. Nach der uniformierten Absenz  bei der CM14 gab dieses Mal wieder Polizeibegleitung bzw. -schutz. Die Beamten hielten sich sehr zurück und griffen nur einmal ein, als das Soundmobil doch etwas zu laut tönte.

Durch die Neutorgasse ging es über den Jakominiplatz in die Gleisdorfergasse. An der Oper vorbei chillte der Tross in die Mandellstraße und dann die Steyrergasse entlang. In die Conrad-von-Hötzendorf Straße, vorbei an der Stadthalle und neuen Halle - mit ihrer seltsamen Fuzo-Radverkehrslösung -, über die Fröhlichgasse, die Neuholdaugasse und ein Stück den Schönaugürtel entlang in den Grieskai und über den Steg in den Augarten. 


Martialisch anzusehen
Martialisch anzusehen
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"Schlachtrösser"
"Schlachtrösser"
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Mutig und elegant
Mutig und elegant
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Tallbike Jousting
Im Auguarten fand das erste nächtliche Tallbike Jousting statt. In Anlehnung an die mittelalterlichen Ritterturniere werden beim Tallbike Jousting die Pferde durch Tallbikes ersetzt und die Lanzen bestehen aus Kunststoffrohren mit Schaumstoffpolsterungen. Ziel ist es, den Gegner im Zweikampf vom Rad zu stoßen. Geschützt werden die Akteure mit einer Rüstung aus Gelenkschützern und Motorradhelmen. Die "Ritter" werden jeweils von "Knappen" unterstützt, die sie einkleiden, Rad und Ritter festhalten und dann nach dem "Tree, Two, One - Joust!" des Schiedsrichters anschieben, so dass sie an Fahrt gewinnen.

Die Regeln: In der ersten Runde verliert derjenige, der zuerst vom Rad fällt und dabei den Boden berührt. Kommen beide durch, verliert in der nächsten Runde derjenige, dem es nicht mehr gelingt umzudrehen. In der dritten Runde verliert bereits derjenige, der die Lanze verliert. Gespielt wird nach einem K.O.-System - jeweils nur die Sieger der Zweikämpfe kommen weiter.

Bei dem internationalen Turnier trat zirka ein Dutzend illustrer Ritter an, mit so klingenden Namen wie "Ritter vom Schlechten Geschmack","Martinek", "Wehleidiges Pimpin", "Tomaschek", "Wer-ko-der-ko", "Meister Matthias" oder "Luxus". Der Turnierplatz wurde auf beiden Seiten von selbst gebastelten brennenden Fackeln erleuchtet und wirkte wie eine Flugzeug-Landebahn. Das Soundmobil der Fahrradküche und zwei Trommler sorgten für den musikalischen Rahmen.

Da das Turnier aber gut zwei Stunden dauerte, war es schwierig, die Fackeln so lange am Brennen zu halten. Durch das immer wieder nachgegossene Petroleum dürften sich die Feinstaubwerte in Augarten deutlich erhöht haben. Besonders umweltfreundlich war diese Beleuchtungsmethode jedenfalls nicht.


Ein Tallbike-Ritter
Ein Tallbike-Ritter
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Die Sieger
Die Sieger
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Tschechischer Sieg
Ein Conferencier im Maßanzug mit Hemd und Krawatte führte durch die Veranstaltung. Ritter "Wehleidiges Pimpin" wurde wegen Nichtantretens im Viertelfinale beinahe disqualifiziert. Da er jedoch gerade Getränke besorgte, übte der Schiedsrichter dann doch Nachsicht und der Kampf wurde etwas verschoben. Das Finale wurde von zwei tschechischen Rittern "Tomaschek" und "Martinek" bestritten, aus dem "Tomaschek" als strahlender Sieger hervorging. Die Sieger wurden gleich von Ritter "Luxus" mit Sekt begossen.

Das Turnier war sehr gut besucht. Es waren zirka 50 Zuschauer anwesend, darunter auch viele PassantInnen, die das nächtliche Geschehen amüsiert verfolgten. Sogar ein Rotkreuz-Mitarbeiter erwies nach Dienstschluss dem Turnier die Ehre. Glücklicherweise gab es für ihn aber nichts zu tun, den bei den Stürzen verletzte sich niemand. Auch die Tallbikes blieben weitgehend intakt.

Im Anschluss an die Ritterspiele wurde in der Fahrradküche bis spät in die Nacht noch eine Party mit zwei Live-Bands "Flaming Toupet" und "Paraminds" gefeiert.

HS



Vor dem "Waffengang"
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PVC-Rohre als Lanzen
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Im Zweikampf
Im Zweikampf
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