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Steirisches Radlesebuch erschienen

26 Autorinnen und Autoren haben sich Lust & Frust des Radlalltags von der Seele geschrieben und bei Leykam erscheinenden Buch "RadLerleben" mitgewirkt. Ein Teil der Beiträge wurde auch in einem Begleitfilm in bewegte Bilder umgesetzt.  


Bewährungsprobe für Umsteigerin
Bewährungsprobe für Umsteigerin
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Lesung auf der Straße
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Mini-U-Boot, fliegende Zigarre?
Mini-U-Boot, fliegende Zigarre?
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Die Anregung kam von Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder, und sie wiederum war vom Münchner Oberbürgermeister Christian Ude und seinem Büchlein "Stadtradeln" auf den Geschmack gebracht worden: Abseits von Infrastrukturpolitik, Verkehrsstrategie und Radlobbying sollte ein Radlesebuch einen leichtfüßigen Zugang zum Thema Alltagsradeln eröffnen. Als Herausgeber fungiert Journalist und ARGUS Steiermark-Vorstandsmitglied Wolfgang Wehap, der bei Leykam schon eine Kulturgeschichte des Radfahrens in der Steiermark ("frisch, radeln, steirisch", 2005) verfasst hat. Diesmal lud er RadlerInnen unterschiedlichen Alters, mit verschiedenen beruflichen und mobilitätsbiografischen Hintergründen ein, ihre Gedanken, Erfahrungen und Befindlichkeiten zu Papier zu bringen.

"Wer weiß, wie schwierig es ist, so viele unterschiedliche Zugänge und Stile zu einem Thema zwischen zwei Buchdeckel zu bekommen, weiß es zu schätzen, wie reibungslos und fruchtbar es in diesem Fall gelaufen ist", resümierte der Herausgeber. Illustriert von Georg Szyszkowitz, ist das Radlesebuch seit Mitte April im Buchhandel. Die offizielle Präsentation erfolgte am 12. Mai in der Orangerie im Burggarten vor rund 120 Gästen, darunter die Mehrzahl der AutorInnen mit Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder sowie Stadtrat Gerhard Rüsch und LAbg. Edith Zitz.

Fotos von der Buchpräsentation


Gedichtvortrag im Kfz-Gewühl
Gedichtvortrag im Kfz-Gewühl
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Weltumradeln in der Bluebox
Weltumradeln in der Bluebox
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Die Zeitungsausträgerin
Die Zeitungsausträgerin
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Film zum Buch
Zum Buch gibt es auch einen kleinen Film: Ein Teil der Beiträge wurde mit Hilfe ihrer AutorInnen in bewegte Bilder umgesetzt, d.h. die in ihrer Umgebung radelnden und lesenden ProtagonistInnen werden vom Bruder des Herausgebers, dem Filmemacher Externe Verknüpfung 
Roland Wehap, mit Kamera und Mikrofon begleitet. Die Dreharbeiten erfolgten vornehmlich in der letzten Februar-Woche und haben die Beiträge von Monika Savas, Matthias Rassi, Hubert Sudi, Philipp (und Valeska) Schaudy, Andrea Stanitznig (über Tini Pölzl) und Werner Schandor (über Werner Kunster), Ernst Sittinger, Gunther Hasewend, Klaus Höfler und Angela Pilz zum Inhalt.

Nicht immer konnte beim Drehen auf das Auto verzichtet werden. Aber die Fahraufnahmen in Graz wurden mit Hilfe eines Spezialrades eingefangen, das die Crew von der "Bunten Rampe" und "Rebikel" zur Verfügung gestellt bekommen hat. So konnten Verfolgungen aus einem vorne angedockten Rohlstuhl, Frontalaunahmen von fahrenden RadlerInnen vom angehängten Roland-Anhänger aus gemacht werden. Die Arbeit mit diesem "Long Vehicle" wäre schon fast eine eigene Story wert... Erhältlich ist der 20 Minunten-Film um € 12.- über argus-stmk@gmx.at. , anschauen kann man ihn auch auf Externe Verknüpfung http://www.rowe.at



Kunsters Kosmos
Kunsters Kosmos
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Frage des Dresscodes
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Einkauf am Markt
Einkauf am Markt
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Die Beiträge (in Volltext, ohne Zeichnungen)

Günther HUBER: Konstante - Veränderung. Ein bekannter Gastronom erlebt die Stadtentwicklung über die Jahre vom Fahrradsattel aus auf dem Arbeitsweg.

Peter GRABENSBERGER: Eine kleine, feine Sicht der Dinge. Der Leiter des Grazer Kulturamtes führt als Kronzeugen für seine Radpassion klassische Denker und Schreiber an.

Edith TEMMEL: Tretkurbelrad mit Glasflügeln. Mit Phantasie wird aus dem Drahtesel ein edles Pferd, das hilft, die Fesseln der Erdenschwere abzustreifen.

Gunther HASEWEND: City-Cruisen mit dem Dreirad - Mein Nahverkehrsmittel ohne Führerschein. Für den LBD a.D. ist sein Gefährt das gemütlichste Fahrzeug der Welt. Eine Begründung.

Johannes KOREN: Der „Simultan-Stern" zu Graz. Auch geübte Alltagsradler sind vor Stürzen nicht gefeit, vor allem nicht in einer Stadt mit Straßenbahn.

Günther TISCHLER: Das Fahrrad als Metapher für eine andere Verkehrspolitik. Ein Radaktivist der ersten Stunde über Erich Edegger, die Grazer VeloRution und was davon geblieben ist.

Kristina EDLINGER-PLODER: Büroradeln und das Dilemma mit dem Chic am Bike. Die steirische Verkehrslandesrätin taucht ins morgendliche Verkehrsgewühl, kommt auf dem Weg ins Büro auf die richtige Betriebstemperatur und sieht über modische Unpässlichkeiten hinweg. 

Monika SAVAS: Seit drei Monaten trocken. Eine Alleinerzieherin stieg von heute auf morgen auf das Fahrrad um und erlebte Überraschendes.

Matthias RASSI: Lebensbahnen statt Autobahnen. Beruflich fuhr er Lkw, sonst immer Rad, weil das Radfahren seinem Konzept von Mobilsein und Sportlichkeit entspricht.

Hubert SUDI: Pendeln in der „fliegenden Banane" oder: Meine Vorliebe für supereffiziente Exoten. Der Südsteirer fährt täglich 55 km zur und von der Arbeit und bedient sich dabei  unkonventioneller radfahrtechnischer Lösungen.

Harald RÖSSLER: Radlfoarn "im Dienst" in einer Landgemeinde. Ein Gemeindeamtsleiter und Standesbeamter erzählt von Missverständnissen, für die sein Aufkreuzen bei Bauverhandlungen und Trauungen mit dem Waffenrad gesorgt hat.  

Walter MÜLLER: Semper et ubique. „Der Standard"-Redakteur ist schon zu 50 Prozent Rad. Über die Gefahr, süchtig zu werden, und die Gewissheit, stabil zu bleiben.

Ernst SITTINGER: Vom Elend des Alltagsradl(n)s. Ein Sportgerät ist kein Verkehrsmittel - oder doch? Auch Höchstleistungsradler finden viele Hinderungsgründe, im Alltag auf das Fahrrad umzusteigen. Ein individueller Therapieansatz.

Martin ORTHACKER: Fixed Gear und kalkuliertes Risiko. Martin, Funkname „Sic", wurde Fahrradbote und leitet heute den Botendienst „Veloblitz".

Angela PILZ: Aus dem Leben einer Fahrradbotin. Dienst bei Schneeregen, im Kampf mit diversen Problemen - und trotzdem bereit für den nächsten Auftrag.

Eva RÜMMELE: "Velochics" - von Renn- und sonstigen Hühnern. Die Gründerin der „velochicks" reflektiert über den Sinn eines Frauenradvereins und zieht einen Vergleich zu den „Vorfahrerinnen" des  Grazer Damen-Bicycle-Club (gegr. 1893). 

Werner SCHANDOR: Kunsters Kosmos. Werner Kunster betreibt sein Ewigkeiten eine Fahrradwerkstätte in einem Hinterhof im Grazer Zentrum und ist der letzte echte Fahrradmechaniker.

Andrea STANITZNIG: Ein Leben im Sattel. Junge Kleine Zeitung-Journalistin trifft die 80-jährige Kleine Zeitung-Austrägerin Tini Pölzl, die in ihrem Leben schon viele tausend Kilometer auf kleinem Raum gemacht hat.

Philipp und Valeska SCHAUDY: Radlalltag anderswo.Grazer Paar durchradelt alle Kontinente - Impressionen vom Radalltag in Afrika, Australien und Indien.

Heidi SCHMITT: Wo viel Licht ist, ist auch... Radlerdisziplin am Prüfstand. Eine abendliche Ausrüstungskontrolle wirft auch die Frage auf, wie viel an Ordnungswidrigkeit gut tut.   

Klaus HÖFLER: Geständnis eines Ausgenommenen. Warum es so toll ist, gegen Gesetze und die guten Sitten zu verstoßen. Anmerkungen und Anregungen aus dem Luxusbiotop individueller Straßenverkehrsanarchie.

Jörg-Martin WILLNAUER: Auf dem Rad. Ein Gedicht.

Colette SCHMIDT: Die gestohlene Freiheit oder: Psychogramm eines Fahrraddiebes. Die mehrfach ihrer Zweiräder und einmal sogar ihres Einrades bestohlene Autorin rechnet auf ihre Weise mit den Langfingern ab. 

Wolfgang WEHAP: Emmas schnittige Sänfte. Anfänge einer Radkarriere. Wann werden die Weichen für die künftige Verkehrsmittelwahl gestellt? Dem Nachwuchs in einem Kinderanhänger Fahrgefühl und Umwelt nahe zu bringen, ist ein guter Anfang.

Günther GETZINGER: Blick in die Zukunft urbaner Mobilität - Bikecity Graz 2020. Ein Universitätsmensch entwirft eine Utopie, wie sich ein sanft mobiles Graz entwickeln könnte.