Es gibt viele Argumente, wieso man angeblich unbedingt das Auto zum Einkaufen benötigt: u.a. der weite Weg und vor allem die Transportkapazitäten, die immer wieder zum Beispiel für den Wocheneinkauf ins Feld geführt werden. ARGUS Steiermark hat nun EinkäuferInnen in den Korb geschaut und um festzustellen, wie viel wirklich eingekauft wird und ob dazu nicht auch ein Fahrrad genügen würde. Die Erhebungen wurden bei einem Lebensmittelnahversorger, einem Lebensmitteldiscounter und einem Baumarkt jeweils im Stadtgebiet von Graz und in Graz-Umgebung durchgeführt. Beobachtet wurde sowohl am Samstag als auch unter der Woche am späteren Nachmittag. Es wurde abgeschätzt, welches Transportmittel - so überhaupt eingekauft wurde - für den Transport der Waren vom Volumen und Gewicht her erforderlich gewesen wäre. Dabei wurde der Fokus auf das Rad gelegt: Die erhobenen Kategorien waren daher Rad mit Korb, Rad mit Anhänger sowie Auto. Parallel wurde beobachtet, wie die EinkäuferInnen wirklich unterwegs waren, ob zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto. Es wurde jeweils die gesamte Warenmenge pro Einkauf betrachtet, also unabhängig von der Personenanzahl, die bei einem Einkauf dabei waren. Da keine Spezialgeschäfte ausgewählt wurden, kann man davon ausgehen, dass die Läden einen Einzugsbereich von ca. 5 km haben, d.h. in der Regel die EinkäuferInnen aus der näheren Umgebung kommen, die Distanz, wenn auch nicht immer zu Fuß, aber zumindest mit dem Rad zu bewältigen ist. |
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Im Bereich der Lebensmitteleinkäufe ist das Erfordernis des Autos als Transportmittel noch weniger gegeben: Für nur 1 % der Einkäufe ist ein Auto wirklich notwendig! 3 % beträgt der Anteil der Nicht-Einkäufer, bei 12 % der Einkäufe könnte ein Fahrradanhänger zum Einsatz kommen und in 84 % fände man mit einem herkömmlichen Fahrrad plus Korb das Auslangen. Im tatsächlichen Einkaufsverhalten finden wie hier jedoch nur 5 % Radanteil. Eine recht große Gruppe von 29 % stellen die Fußgänger dar, wobei hier auch die Gruppe der ÖV-NutzerInnen inkludiert ist. Allerdings verwenden noch immer 66 % das Auto. Sieht man nur die Lebensmitteleinkäufe in Graz-Umgebung an, so verschiebt sich die Größe der Einkäufe im Vergleich zu allen Lebensmitteleinkäufen vom benötigten Transportvolumen her um nur 2 % vom herkömmlichen Rad zugunsten der Radanhänger, wird also minimal größer. Die tatsächliche Autonutzung aber steigt auf 93 %. Der FußgängerInnen-Anteil schrumpft auf 4 %, der RadlerInnen-Anteil auf 3 %. Alle beobachteten Geschäfte lagen übrigens in Siedlungsgebieten, also nicht in abgelegenen Einkaufszentren, so dass die Weglänge kein Argument gegen eine Radnutzung ist. Allerdings ist anzunehmen, dass auch einige EinkäuferInnen einen weiteren Weg hatten. Nicht berücksichtigt wurden auch Wegeketten, d.h. Einkäufe in mehreren Geschäften hintereinander oder auf dem Heimweg von der Arbeit. (ARGUS) |




