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Rund um den autofreien Wörthersee

Wenn nur ein Tag Zeit ist und die Bahn nicht mitspielt, ist es oftmals schwer, fernere Ziele anzusteuern. Eine Grazer ARGUS-Gruppe schaffte es dennoch, am 26.04.2009 bei "Rund um den autofreien Wörthersee" dabei zu sein. 


LH ringt um Orientierung
LH ringt um Orientierung
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Transparente kündigten Radtag an
Transparente kündigten Radtag an
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Grazer RadlerInnen beim Start zur Umrundung
Grazer RadlerInnen beim Start zur Umrundung
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Um 6.39 Uhr ging es in Graz mit dem InterCityBus los nach Klagenfurt. Gut 2 Stunden unterwegs, zeigte sich bald, dass die Grazer ArgonautInnen (Walter, Maria, Uschi, Helga, Stephan und Heidi) ziemlich die einzigen mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereisten Teilnehmenden waren. Die anderen  waren überwiegend, wenn nicht nahezu ausschließlich mit dem Auto gekommen.

Zum Empfang der steirischen Gruppe stand am Minimundus der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler bereit und schüttelte nach einer kurzen Ansprache im ORF reflexartig alle Hände in seiner Umgebung, darunter auch einiger ArgonautInnen. Nach der Fahrradsegnung ging´s dann los - insgesamt sollten es an diesem Tag rund 40.000 werden, die die Gegenheit nutzten. Da die ÖBB die Radmitnahme boykottiert hatte (das ausnahmsweise Mitführen eines Radanhängers wurde freundlich, aber bestimmt unter Hinweis auf Fahrplan und eingesetztem Busmaterial abgelehnt, Anm.), waren wir in Klagenfurt auf Leihräder angewiesen, ausgenommen der Obfrau, die ihr Faltrad zum Einsatz brachte.

Nach dem Start um 10.00 Uhr machte sich die Gruppe auf den Weg. Es ging sehr gemütlich los. Bei recht kühlen Temperaturen und dem bedeckten Himmel behielten alle die Jacken an. Die Seestraße am Wörthersee war komplett für den Autoverkehr gesperrt und für RadlerInnen und SkaterInnen galt auf der Fahrbahn eine Einbahnregelung. Wer in Gegenrichtung fahren wollte, musste den Radweg benutzen.


Maria Wörth
Maria Wörth
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Rast in Pörtschach
Rast in Pörtschach
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Radelndes Rettungsteam
Radelndes Rettungsteam
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Bunte RadlerInnenmenge
Alle möglichen Typen von Leuten waren unterwegs zu beobachten. Angefangen von den sportlich gestylten „bunt Bedruckten" mit hochgezüchteten Rennrädern über normale sportliche Freizeitradler bis hin zu den als AlltagsradlerInnen verkleideten ArgonautInnen. Einige Rad-Sondermodelle sowie Handbikes waren ebenfalls unterwegs.

Einen ersten kurzen Stopp gab es in Maria Wörth. Dort wurden die hübschen, frisch renovierten beiden kleinen Kirchlein besucht. Es wurden einige Kerzen aufgesteckt und zur Belohnung gab es dann tatsächlich bei der Weiterfahrt strahlenden Sonnenschein. Für die ArgonautInnen, die im wirklichen Leben immer mit dem Autoverkehr zu kämpfen haben, war es eine wahre Wohltat, einmal nicht auf die motorisierten Vehikel aufpassen zu müssen. Dafür musste aber auf andere RadlerInnen, vor allem auf Kinder, geachtet werden, die ebenso sorglos dahin fuhren. Auch auf eventuell plötzlich stürzende SkaterInnen war zu achten.

Alles in allem überwog aber das positive Gefühl, und man konnte die ungewohnte Stille und die herrliche Landschaft am Wörthersee genießen, die man durch den ansonsten so dichten Autoverkehr gar nicht mehr so richtig bemerkt. Völlig fasziniert stand die Gruppe teilweise am Wegesrand und betrachtete einfach die nicht enden wollende Menge an vorbeifahrenden RadlerInnen. Das Bild war so ungewöhnlich, dass man es gar nicht fassen konnte. Besonders erhebend war, dass man ungestraft ein langsam fahrendes Polizeifahrzeug mit Blaulicht ungestraft rechts per Rad überholen konnte. Es gab Jugendrotkreuz im Rad-Dress, das die Fahrt begleitete, und Rad-Reparaturstationen.


Ein Schloss am Wörthersee
Ein Schloss am Wörthersee
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Gemütliche Partie
Gemütliche Partie
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Autolose Fantasy World
Im „Weißen Rössl" saß die Grazer Gruppe direkt am See und genoss das Mittagessen. Es ging weiter bis Pörtschach, wo nochmals beim Strandhotel Prüller für Kaffee und Kuchen bzw. einen Eisbecher eingekehrt wurde. Hier war es ebenfalls sehr angenehm zu sitzen, etwas abseits der Massen mitten im Grünen mit herrlichem Blick auf den See und die umgebende Landschaft. Nun war es dann warm genug, so dass Walter endlich sein kürzlich erworbenes US-Radl-Leiberl enthüllte, was von allen schon mit Spannung erwartet worden war.

In einem Stück ging es dann nach Klagenfurt zurück. Pünktlich um 16.00 Uhr wurden nach 42 km Fahrtstrecke die Räder abgegeben und die Heimfahrt angetreten. Ziemlich ernüchternd war für alle schließlich die Rückkehr in die „wirkliche" motorisierte Welt nach diesem Ausflug ins Fantasy-Reich der RadlerInnen.

Am Heiliggeistplatz war noch Zeit für ein Eis, dann ging es zum Bahnhof. Gegen 19.30 h erreichte die ARGUS-Gruppe wieder Graz per InterCityBus.

HS



Gruppe unterwegs
Gruppe unterwegs
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Walter
Walter
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