| Das Fahrzeug der Krise: E-Räder werden zum Massenprodukt. Sie brauchen rund 30 Cent/100 km.
Esmüssen ja nicht immer Tabletten, Spritzen oder Blutzentrifugen sein - manchmal reichen ein Akku, ein Kraftsensor und eine Batterie für ein unvergleichliches Raderlebnis: Je nach Trittkraft oder Geschwindigkeit nimmt sich der Motor eines Elektro-Rades über eine Kontroll-Steuerung eine Extraportion Energie von der Batterie und hilft beim Beschleunigen oder Bezwingen von Bergen - und das bei minimalen Stromkosten. Damit sind Elektroräder die idealen Fahrzeuge für Sparefrohs. Hier alle Details:
Im Fachjargon heißen die Räder Pedelecs ("Pedal Electric Cycle"), und in den letzten Jahren drängten immer mehr Hersteller in den Markt - allein in China spricht man von über 20 Millionen erzeugten E-Rädern allein im vergangenen Jahr. In Österreich gibt es auch Produzenten, die Umbauten oder eigene Kreationen anbieten - genauso wie Nachrüstsätze. Preise? Ab rund 1200 Euro radelt man los.
Schwankende Reichweite
Die Reichweite schwankt je nach Fahrstil und Fabrikat zwischen 30 und 80 Kilometern. Die Tretleistung wird in Watt gemessen: Unsereins, mittelkräftig, muss über 100 Watt in den Wadeln haben, um ein durchschnittliches Fahrrad auf rund 20 km/h zu beschleunigen. Früher oder später geht einem dabei die Luft aus. Mit einem Pedelec ist schnelles Fahren kein Problem. Alois Loidl, Leiter Ein- und Verkauf bei Giga-Sport, erklärt: "Bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h hilft der E-Motor, dann schaltet sich die Elektro-Unterstützung ab, weil man nur bis zu diesem Tempo vom Gesetzgeber noch als Radler eingestuft wird."
Darüber hinaus strampelt man in die Welt der Mopeds. Und die großen Anbieter basteln schon eifrig an Lösungen, die mit Elektromotoren von über 1000 Watt Tretleistung die Räder wesentlich schneller als Mopeds machen können. Und genau hier liegt der wunde Punkt des ganzen Systems: Die Kontrolleinheit, die darüber wacht, dass sich der E-Antrieb bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h wieder abschaltet, ist leicht zu manipulieren.
Genauso wie bei den so genannten Moped-Autos wird der
Gesetzgeber auch hier nicht umhin kommen, strengere Rahmen
bedingungen aufzustellen. Noch dazu gibt es nicht einmal eine Helmpflicht für Räder - und mit einem Elektro-Rad ist man nun einmal länger in einem Geschwindigkeitsbereich unterwegs, den man mit Muskelkraft einfach nicht schafft.
Wichtig beim Kauf
Aber welches Rad ist nun das beste? Die großen Tests kann man kurz so zusammenfassen: Günstig und gut widersprechen sich zumeist. Besonders achtsam beim Kauf muss man bei der potenziellen Belastbarkeit (Rahmen, Bremsen, Tragfähigkeit, etc.) des Rades sein: Man ist nicht nur flotter unterwegs, man bewegt mit Batterien und Antriebssystem auch ein höheres Gewicht. Auch bei den Batterien und Antriebssystemen lohnt sich ein genauer Blick - in diversen Tests schneiden zumeist europäische Marken besser ab.
Die Zukunft der E-Räder schaut so aus: Bremsrückgewinnungssysteme wie bei modernen Hybrid-Autos sollen eingesetzt werden, moderne noch schneller aufzuladende Batterien geben frische Energie, und leichtere Komponenten sollen die Anhänger der E-Räder weiter elektrisieren.
Die Strom-Kosten sind jedoch schon jetzt die Versuchung schlechthin: rund 30 bis 40 Cent auf 100 Kilometer im Schnitt.
DIDI HUBMANN
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