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"RadLerleben" meets "Stadtradeln"

"Ich fahre nicht täglich mit dem Rad ins Büro, aber beispielsweise morgen Früh wieder", verriet Münchens Oberbürgermeister Christian Ude am 27.05. am Rande des Ö. Städtetages in Bruck/Mur. Hier bot sich auch ein Austausch des Herausgebers von "RadLerleben" mit dem Autor von "Stadtradeln", das von der Idee her Pate gestanden war.

Das im April erschienene Radlesebuch "RadLerleben" (Leykam 2009) hat Ude als "Spiritus Rector": Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder bekam Udes Büchlein "Stadtradeln" (dtv 2000) im Vorjahr geschenkt, war davon begeistert und wollte was Ähnliches auch für die Steiermark. Vom Verlag Leykam mit der Herausgeberschaft betraut, lautete die Überlegung für Wolfgang Wehap: "Radelnden Oberbürgermeister haben wir keinen - aber viele Radlerinnen und Radler, bekannte und weniger bekannte, die jeder für sich interessante und unterhaltsame Geschichten zum Radfahren wissen". Das Ergebnis waren 25 Beiträge von 26 AutorInnen in einem pinkfarbenen Taschenformat-Hardcover. 


Cover Stadtradeln
Cover Stadtradeln
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OB Ude im Gespräch
OB Ude im Gespräch
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"Wir privilegierten Genussradler"
Unmittelbar nach seiner Festrede beim Städtetag in Bruck gelang es nun dem RadlerLeben-Herausgeber, dem Münchner Oberbürgermeister und Autor des quasi vorbildlichen Kult-Büchleins "Stadtradeln" einige Fragen zu seinem Verhältnis zum Radfahren zu stellen:

Sind Sie nach wievor mit dem Fahrrad unterwegs?

UDE: "Ja, natürlich. Nicht immer, ich fahre nicht jeden Tag ins Büro. Aber morgen Früh zum Beispiel werde ich wieder das Rad nehmen."

Wie weit haben Sie von zu Hause ins Rathaus?

UDE: "Ich fahre 20 Minuten durch den Englischen Garten, wenn ich ordentlich reintrete, 15 Minuten."

Ihr Buch ist 2000 erschienen. Was hat sich seither verändert in Sachen Radverkehr in München?

UDE: "Die Fahrradpolitik wird immer ernsthafter vorangetrieben. Ernsthaft verfolgtes Ziel ist es, den Wegeanteil bis 2015 von derzeit 10 auf 15 Prozent zu erhöhen, was für eine Großstadt schon beachtlich ist." (Zum Vergleich: Wien hält bei etwa 5 Prozent.)  

Ich habe gelesen, dass Sie der Einfühung von Umweltzonen - sektorale Verbote für mehr Schadstoff emmittierende Autos - skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen. Warum?

UDE: "Ich halte den Ansatz für verfehlt. Die EU lässt Autos mit hohen Emissionen zu und die Städte sollen nun Schranken aufbauen und diesen nun die Zufahrt verbieten. Da kann die Förderung des Fahrrades viel mehr bringen, das bringt ein Umsteigen auf Null-Emission."

Die Qualität ihres Buches, das 2000 erschienen ist, war ja die Lockerheit, das Augenzwinkern, mit dem sie an das sonst oft ernst und kämpferisch abgehandelte Thema Alltagsradeln herangegangen sind.

UDE: "Ja, ich bin ein bekennender Genussradler. Ich halte nichts davon, sich als Radler immer als unterpriveligierte Minderheit darzustellen, das hat inzwischen auch der ADFC (das wesentlich größere deutsche Gegenstück zur ö. ARGUS, Anm.) erkannt. Meine Sichtweise ist eher: `Wir privilegierten Genussradler´". 

(ARGUS)